- Neue Wohngebäude waren im Mai 2026 laut Statistischem Bundesamt 5,0 % teurer als ein Jahr zuvor.
- Bitumen kostete 31,2 % mehr, Flachglas 15,4 %, Dachlatten 11,8 %, Zement dagegen nur 0,4 % mehr.
- Betonstahl lag im August 2026 um 6,3 % über dem Vorjahr, Nadelschnittholz um 8,2 %.
- Rohbauarbeiten stiegen um 4,9 %, Ausbauarbeiten um 5,1 %.
- Festpreise im Bauvertrag und ein Finanzierungspuffer sind der beste Schutz für Bauherren.
Inhalt · 7 Abschnitte
- Wie haben sich die Baustoffpreise zuletzt entwickelt?
- Welche Baustoffe sind besonders teurer geworden?
- Welche Baustoffe sind derzeit preisstabil?
- Wie entwickeln sich Stahl- und Holzpreise im Sommer 2026?
- Was bedeuten die Preise für die Baukosten eines Hauses?
- Warum steigen die Baustoffpreise?
- Wie können Bauherren auf steigende Baustoffpreise reagieren?
Wie haben sich die Baustoffpreise zuletzt entwickelt?
Baustoffe sind in Deutschland 2026 erneut teurer geworden, wenn auch je nach Material sehr unterschiedlich. Der Baupreisindex für neue Wohngebäude lag im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahreswert, nach 3,3 Prozent im Februar. Besonders stark stiegen Holz, Bitumen, Flachglas und Metalle, während Zement nahezu stabil blieb.
Zwei Statistiken des Statistischen Bundesamts helfen beim Einordnen. Der Baupreisindex zeigt, was Bauunternehmen für ihre Leistungen verlangen, also Material, Lohn, Maschinen und Gewinn zusammen. Die Erzeugerpreise zeigen dagegen, was Hersteller für einzelne Produkte wie Betonstahl, Schnittholz oder Zement berechnen. Für Bauherren ist der Baupreisindex näher an der Rechnung, die Erzeugerpreise erklären, woher die Steigerungen kommen.
| Erhebungsmonat | Index Wohngebäude (2021 = 100) | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| August 2025 | 134,3 | +3,1 % |
| November 2025 | 135,0 | +3,2 % |
| Februar 2026 | 137,0 | +3,3 % |
| Mai 2026 | 140,3 | +5,0 % |
Mit einem Indexwert von 140,3 liegen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden gut 40 Prozent über dem Durchschnitt des Jahres 2021. Der Anstieg hat sich im Frühjahr 2026 also wieder beschleunigt, nachdem er im Jahr davor bei gut drei Prozent gelegen hatte. Die Werte für August 2026 erscheinen nach dem bisherigen Rhythmus im Herbst (Stand Oktober 2026).
Welche Baustoffe sind besonders teurer geworden?
Am stärksten verteuerten sich zuletzt Bitumen, Flachglas und Holzprodukte. Im Mai 2026 kostete Bitumen auf Erdölbasis 31,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Flachglas 15,4 Prozent und Dachlatten 11,8 Prozent. Deutlich moderater fielen die Anstiege bei mineralischen Baustoffen aus: Frischbeton wurde 2,5 Prozent teurer, Zement nur 0,4 Prozent.
| Baustoff | Veränderung Mai 2026 zu Mai 2025 |
|---|---|
| Bitumen auf Erdölbasis | +31,2 % |
| Flachglas | +15,4 % |
| Dachlatten | +11,8 % |
| Bauschnittholz | +11,4 % |
| Metalle insgesamt | +11,1 % |
| Kaltgewalztes Blech | +9,9 % |
| Konstruktionsvollholz | +7,5 % |
| Betonstahl in Stäben | +5,0 % |
| Kalk und gebrannter Gips | +4,3 % |
| Rollläden und Jalousien | +3,8 % |
| Fenster und Türen aus Kunststoff | +3,5 % |
| Sanitäreinrichtungen | +3,2 % |
| Bausand | +3,1 % |
| Frischbeton | +2,5 % |
| Wand- und Bodenfliesen | +1,8 % |
| Rohre und Hohlprofile aus Stahl | +1,6 % |
| Betonstahlmatten | +1,0 % |
| Dachziegel | +0,6 % |
| Zement | +0,4 % |
Die Spannweite ist groß. Wer viel mit Holz baut, etwa einen Dachstuhl erneuert oder ein Holzhaus plant, spürt die Preissteigerungen deutlich stärker als jemand, der vor allem mit Beton und Mauerwerk arbeitet. Auch Abdichtungen auf Bitumenbasis, etwa für Flachdächer und Kellerwände, sind spürbar teurer geworden. Bei Fenstern zeigt sich ein gemischtes Bild: Flachglas legte stark zu, fertige Kunststofffenster und -türen dagegen nur um 3,5 Prozent. Hersteller geben Vorproduktpreise also nicht immer vollständig und sofort an ihre Kunden weiter.
Welche Baustoffe sind derzeit preisstabil?
Vergleichsweise stabil sind vor allem mineralische Baustoffe und keramische Produkte. Zement wurde im Mai 2026 nur 0,4 Prozent teurer, Dachziegel 0,6 Prozent, Betonstahlmatten 1,0 Prozent und Wand- und Bodenfliesen 1,8 Prozent. Diese Steigerungen liegen unter der allgemeinen Preisentwicklung für Bauleistungen und fallen in einer Baukalkulation kaum ins Gewicht.
Für die Planung ist das eine nützliche Information. Bauteile, die überwiegend aus Beton, Mauerwerk oder Keramik bestehen, lassen sich derzeit verlässlicher kalkulieren als Bauteile mit hohem Holz-, Glas- oder Bitumenanteil. Das heißt nicht, dass Holz grundsätzlich die schlechtere Wahl ist: Holzbau bietet Vorteile bei Bauzeit, Gewicht und Klimabilanz. Wer sich dafür entscheidet, sollte aber die stärkeren Preisschwankungen einkalkulieren und Angebote möglichst zeitnah zur Auftragsvergabe einholen.
Auch bei stabilen Materialpreisen können die Kosten einer Bauleistung steigen. Löhne, Maschinen, Transport und Entsorgung fließen ebenso in den Preis ein. Deshalb lagen Beton- und Mauerarbeiten im Mai 2026 trotz fast unveränderter Zementpreise um 3,6 und 3,8 Prozent über dem Vorjahr. Der Materialpreis erklärt also nur einen Teil der Rechnung, die Bauherren am Ende erhalten.
Wie entwickeln sich Stahl- und Holzpreise im Sommer 2026?
Stahl und Holz haben sich im Sommer 2026 weiter verteuert. Betonstahl kostete im Juli 5,8 Prozent und im August 6,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bei Nadelschnittholz, dem wichtigsten Holz für Dachstühle und Holzbau, lag das Plus im Juli bei 7,7 Prozent und im August bei 8,2 Prozent. Laubschnittholz stieg deutlich schwächer.
| Produkt | Juli 2026 zum Vorjahr | August 2026 zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Betonstahl | +5,8 % | +6,3 % |
| Nadelschnittholz | +7,7 % | +8,2 % |
| Laubschnittholz | +2,3 % | +2,2 % |
| Holz sowie Holz- und Korkwaren | +6,6 % | +7,1 % |
Der Trend zeigt bei beiden Materialgruppen nach oben. Für Stahl kommt hinzu, dass Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen im August insgesamt 6,9 Prozent teurer waren als ein Jahr zuvor. Diese Vorprodukte bestimmen die Preise für Bewehrung, Träger und Bleche mit, die Bauunternehmen in ihre Angebote einrechnen.
Was bedeuten die Preise für die Baukosten eines Hauses?
Für Bauherren zählt am Ende nicht der Stahlpreis allein, sondern was die Betriebe für ihre Leistungen berechnen. Nach den Daten des Statistischen Bundesamts stiegen die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden bis Mai 2026 um 4,9 Prozent, für Ausbauarbeiten um 5,1 Prozent. Am stärksten zogen Dachdeckungs-, Zimmer- und Holzbauarbeiten an.
| Bauleistung | Veränderung Mai 2026 zu Mai 2025 |
|---|---|
| Dachdeckungsarbeiten | +7,3 % |
| Zimmer- und Holzbauarbeiten | +7,3 % |
| Elektroinstallationen | +6,4 % |
| Erdarbeiten | +5,4 % |
| Heizanlagen und zentrale Wassererwärmung | +5,0 % |
| Metallbauarbeiten | +4,4 % |
| Mauerarbeiten | +3,8 % |
| Betonarbeiten | +3,6 % |
| Instandhaltung von Wohngebäuden | +5,6 % |
Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung greifbar: Wer im Mai 2025 für ein Einfamilienhaus mit 400.000 Euro reinen Baukosten kalkuliert hat, müsste bei einem Anstieg von 5,0 Prozent für dieselbe Leistung heute mit rund 420.000 Euro rechnen. Bei Projekten mit hohem Holzanteil oder einem neuen Dach kann der Aufschlag höher ausfallen. Mehr zu Kosten und Ablauf eines Neubaus lesen Sie im Ressort Hausbau & Ratgeber.
Besonders betroffen sind Eigentümer, die ihr Haus instand halten oder modernisieren. Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden stiegen mit 5,6 Prozent sogar etwas stärker als die Neubaupreise. Wer eine Dachsanierung, neue Fenster oder eine Heizungsmodernisierung plant, sollte deshalb ältere Kostenschätzungen nicht einfach übernehmen, sondern aktuelle Angebote einholen. Schon ein Jahr alte Zahlen können bei größeren Vorhaben um mehrere tausend Euro danebenliegen.
Warum steigen die Baustoffpreise?
Die Gründe liegen vor allem bei Energie und Rohstoffen. Viele Baustoffe werden energieintensiv hergestellt oder auf Erdölbasis produziert, etwa Bitumen und manche Dämmstoffe. Das Statistische Bundesamt nennt für die gestiegenen Energiepreise im Sommer 2026 unter anderem die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. Hinzu kommen deutlich höhere Metallpreise.
Wie stark Energie durchschlägt, zeigen die Erzeugerpreise vom August 2026: Leichtes Heizöl war 65,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, Mineralölerzeugnisse insgesamt 40,5 Prozent. Solche Kosten treffen Hersteller beim Brennen, Trocknen und Walzen ebenso wie Transporte zur Baustelle. Dass Zement trotz seiner energieintensiven Herstellung zuletzt kaum teurer wurde, zeigt aber auch: Nicht jeder Baustoff reagiert gleich schnell auf höhere Energiekosten.
Wie können Bauherren auf steigende Baustoffpreise reagieren?
Bauherren können steigende Baustoffpreise nicht verhindern, aber ihr Risiko begrenzen. Am wichtigsten sind feste Preise im Bauvertrag, ein ausreichender Finanzierungspuffer und mehrere Vergleichsangebote. Wer früh plant, kann außerdem gemeinsam mit Architekt oder Bauunternehmen prüfen, ob preisstabilere Materialien für einzelne Bauteile infrage kommen.
- Festpreis vereinbaren: Lassen Sie sich Preise für eine klar definierte Leistung verbindlich zusagen und prüfen Sie, ob der Vertrag Preisgleitklauseln enthält und wie diese berechnet werden.
- Puffer einplanen: Kalkulieren Sie Ihre Finanzierung nicht auf den Euro genau, sondern mit Reserve für Nachträge und Preisanpassungen.
- Mehrere Angebote einholen: Die Preissteigerungen fallen je nach Gewerk sehr unterschiedlich aus, entsprechend unterschiedlich kalkulieren auch die Betriebe.
- Materialien vergleichen: Bei Dach, Fassade oder Dämmung gibt es oft mehrere technisch gleichwertige Lösungen mit unterschiedlicher Preisentwicklung.
- Förderung prüfen: Für energieeffiziente Bauweisen und Sanierungen gibt es Förderprogramme, die einen Teil der Mehrkosten ausgleichen können. Einen Überblick finden Sie unter Energie & Sanierung.
Wichtig ist außerdem der Zeitpunkt: Viele Betriebe halten Angebote nur wenige Wochen aufrecht. Wer zu lange mit der Auftragsvergabe wartet, bekommt bei steigenden Materialpreisen häufig ein neues, höheres Angebot. Eine zügige Entscheidung kann deshalb bares Geld sparen.
Aktuelle Entwicklungen zu einzelnen Materialien wie Beton, Holz und Dämmstoffen sammeln wir laufend im Ressort Baustoffe.
Häufige Fragen
Wie stark sind die Baupreise 2026 gestiegen?
Neue Wohngebäude waren im Mai 2026 laut Statistischem Bundesamt 5,0 Prozent teurer als im Mai 2025.
Welcher Baustoff ist am stärksten teurer geworden?
Bitumen auf Erdölbasis mit 31,2 Prozent, gefolgt von Flachglas mit 15,4 Prozent und Dachlatten mit 11,8 Prozent (Mai 2026 zum Vorjahr).
Ist Zement teurer geworden?
Kaum. Zement kostete im Mai 2026 nur 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Frischbeton 2,5 Prozent.
Wie entwickelt sich der Preis für Betonstahl?
Betonstahl war im Juli 2026 um 5,8 Prozent und im August um 6,3 Prozent teurer als im jeweiligen Vorjahresmonat.
Wie schützen sich Bauherren vor steigenden Preisen?
Mit Festpreisen im Bauvertrag, einem Finanzierungspuffer und mehreren Vergleichsangeboten.
Quellen
- Preise für viele Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen
- Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026: +5,0 % gegenüber Mai 2025
- Erzeugerpreise im August 2026: +4,6 % gegenüber August 2025
- Erzeugerpreise im Juli 2026: +3,0 % gegenüber Juli 2025
- Preisindizes für Bauwerke, Wohngebäude und Nichtwohngebäude
- Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026 um 5,0 % gestiegen
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