Immobilien & Wohnen Ratgeber 2026: Kaufen, Mieten, Kosten

Immobilienpreise +0,6 %, Mieten +1,9 %, Bauzins 4 %: Was Kauf und Miete 2026 kosten, welche Nebenkosten anfallen und welche Mieterrechte gelten.

Modernes Mehrfamilienhaus mit offenen Balkonen und heller Fassade bei Tageslicht
Foto: Volker Thimm / Pexels
Kurz & knappStand Oktober 2026
  • Wohnimmobilien kosteten im 2. Quartal 2026 nur 0,6 % mehr als ein Jahr zuvor, real sind sie damit billiger geworden.
  • Die Nettokaltmieten stiegen bis August 2026 um 1,9 %, die Inflationsrate lag bei 2,9 %.
  • Kaufnebenkosten betragen 10 bis 15 % des Kaufpreises, die Grunderwerbsteuer allein 3,5 bis 6,5 %.
  • Die Mietpreisbremse gilt bis Ende 2029, Mieterhöhungen sind auf 20 % in drei Jahren begrenzt.
  • Ende 2025 bezogen rund 1,3 Millionen Haushalte Wohngeld, im Schnitt 296 Euro im Monat.
Inhalt · 7 Abschnitte
  1. Was umfasst Immobilien & Wohnen und wie ist die Lage 2026?
  2. Kaufen oder mieten: Was lohnt sich 2026?
  3. Was kostet eine Immobilie mit allen Kaufnebenkosten?
  4. Wie finanzieren Käufer eine Immobilie 2026?
  5. Welche Regeln gelten für Miete und Mieterhöhung?
  6. Wie hoch sind Nebenkosten und wer bekommt Wohngeld?
  7. Wie läuft ein Immobilienkauf Schritt für Schritt ab?

Was umfasst Immobilien & Wohnen und wie ist die Lage 2026?

Immobilien & Wohnen umfasst alles rund um Kauf, Miete, Finanzierung und Bewirtschaftung von Wohnraum. Die Lage im Herbst 2026: Die Kaufpreise treten auf der Stelle, im 2. Quartal lagen sie nur 0,6 Prozent über dem Vorjahr. Die Nettokaltmieten stiegen bis August um 1,9 Prozent, die Bauzinsen liegen bei rund 4 Prozent. Käufer haben wieder Verhandlungsspielraum, Mieter spüren vor allem höhere Nebenkosten.

Dieser Ratgeber bündelt das Wissen aus dem Ressort Immobilien & Wohnen. Er erklärt die wichtigsten Begriffe, nennt aktuelle Zahlen mit Quelle und zeigt, worauf Käufer, Eigentümer und Mieter achten sollten. Alle Angaben haben den Stand Oktober 2026. Die Inhalte im Überblick:

  1. Was umfasst Immobilien & Wohnen und wie ist die Lage 2026?
  2. Kaufen oder mieten: Was lohnt sich 2026?
  3. Was kostet eine Immobilie mit allen Kaufnebenkosten?
  4. Wie finanzieren Käufer eine Immobilie 2026?
  5. Welche Regeln gelten für Miete und Mieterhöhung?
  6. Wie hoch sind Nebenkosten und wer bekommt Wohngeld?
  7. Wie läuft ein Immobilienkauf Schritt für Schritt ab?

Die wichtigsten Begriffe

Wer eine Wohnung kauft oder mietet, stößt auf viele Fachbegriffe. Die folgenden sollten Sie kennen, bevor Sie mit Maklern, Banken, Notaren oder Vermietern verhandeln:

  • Eigentumsquote: Der Anteil der Haushalte, die in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus leben. In Deutschland liegt er bei 41,9 Prozent.
  • Ortsübliche Vergleichsmiete: Die Miete, die in der Gemeinde für vergleichbare Wohnungen in den letzten sechs Jahren vereinbart wurde. Sie steht meist im Mietspiegel.
  • Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Maklerprovision. Sie kommen zum Kaufpreis hinzu und werden in der Regel nicht von der Bank finanziert.
  • Betriebskosten: Die laufenden Kosten eines Gebäudes, die der Vermieter auf Mieter umlegen darf, etwa Heizung, Wasser, Müllabfuhr und Grundsteuer.
  • Teilungserklärung: Das Dokument legt bei Eigentumswohnungen fest, was Sondereigentum und was Gemeinschaftseigentum ist. Sie ist Pflichtlektüre vor jedem Wohnungskauf.
  • Grundschuld: Die Sicherheit, die sich die Bank im Grundbuch eintragen lässt. Ohne Grundschuld gibt es keinen Immobilienkredit.
  • Energieausweis: Er zeigt den Energiebedarf oder -verbrauch eines Gebäudes in Klassen von A+ bis H. Verkäufer und Vermieter müssen ihn Interessenten vorlegen.

Der Wohnungsmarkt in Zahlen

Der Immobilienmarkt hat sich nach dem Preisrutsch von 2023 und 2024 stabilisiert, aber nicht wieder Fahrt aufgenommen. Laut Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts stiegen die Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026 um 0,6 Prozent zum Vorjahresquartal. Ein Jahr zuvor hatte das Plus noch 3,3 Prozent betragen. Im Euroraum zogen die Hauspreise im selben Zeitraum laut Eurostat um 4,0 Prozent an.

Kennzahl Wert Zeitraum
Wohnimmobilienpreise zum Vorjahr +0,6 % 2. Quartal 2026
Neubauten zum Vorjahr +1,5 % 2. Quartal 2026
Bestandsimmobilien zum Vorjahr +0,5 % 2. Quartal 2026
Nettokaltmieten zum Vorjahr +1,9 % August 2026
Inflationsrate +2,9 % August 2026
Baupreise für neue Wohngebäude +5,0 % Mai 2026
Bauzins über 10 Jahre Zinsbindung 4,04 % August 2026
Wohngeldhaushalte rund 1,3 Millionen Ende 2025

Die Zahlen zeigen ein klares Muster. Kaufpreise steigen langsamer als die allgemeine Teuerung, Wohnimmobilien sind also real billiger geworden. Gleichzeitig verteuert sich der Neubau deutlich, weil Material und Löhne teurer werden. Das bremst das Angebot an neuen Wohnungen und hält den Druck auf die Mieten hoch. Wie sich der Bau insgesamt entwickelt, verfolgen wir im Ressort Bauwirtschaft.

Wo die Preise steigen und wo sie fallen

Die regionalen Unterschiede sind groß. In den sieben größten Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf wurden Eigentumswohnungen im 2. Quartal 2026 um 0,4 Prozent billiger als ein Jahr zuvor. In den übrigen kreisfreien Großstädten kosteten sie dagegen 2,0 Prozent mehr. Wer in einer Metropole kauft, findet derzeit eher Verhandlungsspielraum als in mittelgroßen Städten.

Auch die Objektart macht einen Unterschied. Neubauten verteuerten sich mit 1,5 Prozent stärker als Bestandsimmobilien mit 0,5 Prozent. Bei älteren Häusern rechnen viele Käufer inzwischen die Kosten für Heizungstausch und Dämmung von Anfang an mit ein und bieten entsprechend weniger. Ein schlechter Energieausweis ist deshalb heute ein echtes Verhandlungsargument.

Wohneigentum in Deutschland

Deutschland ist ein Land der Mieter. Nur 41,9 Prozent der Haushalte wohnen laut Mikrozensus 2022 in den eigenen vier Wänden. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit hinten. Zwischen den Bundesländern gibt es enorme Unterschiede, die vor allem mit dem Anteil großer Städte zusammenhängen.

Bundesland Eigentumsquote 2022
Saarland 59,7 %
Rheinland-Pfalz 50,9 %
Niedersachsen 49,0 %
Baden-Württemberg 48,5 %
Bayern 45,8 %
Nordrhein-Westfalen 38,6 %
Sachsen 34,5 %
Hamburg 20,3 %
Berlin 15,9 %
Deutschland 41,9 %

In Berlin lebt also nur etwa jeder sechste Haushalt im Eigentum, im Saarland sind es fast sechs von zehn. Für Käufer heißt das: In den Stadtstaaten konkurrieren Sie mit Kapitalanlegern um wenige Wohnungen, auf dem Land eher mit Familien um Einfamilienhäuser.

Kaufen oder mieten: Was lohnt sich 2026?

Ob Kaufen oder Mieten günstiger ist, hängt vor allem vom Verhältnis zwischen Kaufpreis und Jahresmiete, vom Zins und von Ihrer Haltedauer ab. Als grobe Regel gilt: Liegt der Kaufpreis bei mehr als dem 25-Fachen der jährlichen Nettokaltmiete, ist Mieten rein rechnerisch oft günstiger. Wer mindestens 15 bis 20 Jahre bleibt und diszipliniert tilgt, baut mit dem Kauf dagegen Vermögen auf.

Der Kaufpreisfaktor als erste Orientierung

Der Kaufpreisfaktor teilt den Kaufpreis durch die jährliche Nettokaltmiete einer vergleichbaren Wohnung. Er zeigt, wie viele Jahresmieten Sie für das Eigentum bezahlen. Ein Beispiel: Eine Wohnung kostet 300.000 Euro, eine vergleichbare Mietwohnung 1.000 Euro kalt im Monat. Die Jahresmiete beträgt 12.000 Euro, der Faktor liegt bei 25.

Kaufpreisfaktor Einordnung
unter 20 Kauf meist günstiger als Miete
20 bis 25 Kauf und Miete etwa gleichauf, Details entscheiden
über 25 Miete rechnerisch oft günstiger
über 30 Kauf lohnt sich vor allem bei langer Haltedauer oder Wertsteigerung

Der Faktor ist nur ein Startpunkt. Er berücksichtigt weder Kaufnebenkosten noch Instandhaltung noch die Rendite, die Ihr Eigenkapital an anderer Stelle bringen würde. In Metropolen liegt der Faktor häufig deutlich über 25, in ländlichen Regionen oft darunter.

Was für den Kauf spricht

Eigentum schützt vor Mieterhöhungen und Eigenbedarfskündigung. Nach der Tilgung wohnen Sie fast mietfrei und zahlen nur noch Nebenkosten, Rücklagen und Instandhaltung. Ein Kredit zwingt außerdem zum Sparen: Jede Tilgungsrate erhöht Ihr Vermögen. Wer früh kauft und bis zur Rente schuldenfrei ist, hat im Alter oft deutlich niedrigere Wohnkosten als ein Mieter.

Was für die Miete spricht

Mieter bleiben flexibel, etwa bei einem Jobwechsel oder einer Trennung. Sie tragen kein Risiko für Dach, Heizung oder Sanierungspflichten, und ihr Eigenkapital bleibt frei. Bei Bauzinsen um 4 Prozent ist die monatliche Belastung für Käufer anfangs oft höher als die Miete für dieselbe Wohnung. Wer weniger als zehn Jahre bleiben will, verliert die Kaufnebenkosten von 10 bis 15 Prozent meist komplett.

Die Rechnung, die wirklich zählt

Vergleichen Sie nicht Rate mit Miete, sondern die Gesamtkosten über die geplante Wohndauer. Auf die Kaufseite gehören Zinsen, Kaufnebenkosten, Instandhaltung und entgangene Zinsen auf das Eigenkapital. Auf die Mietseite gehören die Miete inklusive erwarteter Steigerungen. Erst wenn Sie beide Summen gegenüberstellen und den Restwert der Immobilie am Ende abziehen, sehen Sie, was sich für Ihre Situation rechnet.

Was kostet eine Immobilie mit allen Kaufnebenkosten?

Eine Immobilie kostet immer mehr als der Kaufpreis. Die Verbraucherzentrale beziffert die Kaufnebenkosten auf etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises. Den größten Posten bildet die Grunderwerbsteuer mit 3,5 bis 6,5 Prozent je nach Bundesland. Hinzu kommen 1 bis 1,5 Prozent für Notar und Grundbuch und, wenn ein Makler beteiligt ist, die Provision. Diese Summe sollten Sie aus Eigenkapital zahlen können.

Grunderwerbsteuer nach Bundesland

Die Grunderwerbsteuer legen die Länder selbst fest. Sie wird auf den Kaufpreis von Grundstück und Gebäude fällig, nicht auf mitverkaufte Möbel oder eine Einbauküche, sofern diese im Vertrag gesondert ausgewiesen sind. Das Finanzamt verschickt den Bescheid nach der Beurkundung. Erst wenn die Steuer bezahlt ist, kann der Käufer im Grundbuch eingetragen werden.

Steuersatz Bundesländer
3,5 % Bayern
5,0 % Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen
5,5 % Bremen, Hamburg, Sachsen
6,0 % Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern
6,5 % Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein

Bei einer Wohnung für 400.000 Euro zahlen Sie in Bayern 14.000 Euro Grunderwerbsteuer, in Nordrhein-Westfalen 26.000 Euro. Der Unterschied von 12.000 Euro entspricht einem kleinen Badezimmer.

Maklerprovision: Käufer zahlen höchstens die Hälfte

Seit Dezember 2020 regelt Paragraf 656c des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Maklerkosten beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern. Arbeitet ein Makler für beide Seiten, müssen Käufer und Verkäufer die Provision in gleicher Höhe zahlen. Verzichtet der Makler gegenüber einer Seite auf Provision, kann er auch von der anderen nichts verlangen. Ein Vertrag, der dagegen verstößt, ist unwirksam.

Die Gesamtprovision ist nicht gesetzlich festgelegt. Die Verbraucherzentrale nennt 3 bis 6 Prozent plus Mehrwertsteuer. Bei 6 Prozent plus Mehrwertsteuer ergibt sich die oft genannte Käuferprovision von 3,57 Prozent. Provisionen sind verhandelbar, vor allem bei Objekten, die schon länger angeboten werden.

Beispielrechnung für eine Wohnung in Nordrhein-Westfalen

Die folgende Rechnung zeigt, was beim Kauf einer Wohnung für 400.000 Euro in Nordrhein-Westfalen zusätzlich anfällt. Sie geht von einem Makler mit 3,57 Prozent Käuferanteil und 1,5 Prozent für Notar und Grundbuch aus.

Posten Satz Betrag
Grunderwerbsteuer 6,5 % 26.000 Euro
Notar und Grundbuch 1,5 % 6.000 Euro
Maklerprovision Käuferanteil 3,57 % 14.280 Euro
Kaufnebenkosten gesamt 11,6 % 46.280 Euro

Ohne Makler sinken die Nebenkosten in diesem Beispiel auf 32.000 Euro oder 8,0 Prozent. In Bayern lägen sie mit Makler bei 34.280 Euro. Planen Sie zusätzlich Geld für Umzug, kleinere Renovierungen und eine eventuelle Sonderumlage der Eigentümergemeinschaft ein.

Instandhaltung und Hausgeld

Nach dem Kauf beginnen die laufenden Kosten. Bei einer Eigentumswohnung zahlen Sie monatlich Hausgeld an die Gemeinschaft. Es deckt Betriebskosten, Verwaltung und die Erhaltungsrücklage. Bei einem eigenen Haus tragen Sie alle Reparaturen selbst. Legen Sie dafür jeden Monat einen festen Betrag zurück, bei älteren Häusern eher mehr, und prüfen Sie vor dem Kauf die letzten Protokolle der Eigentümerversammlung auf geplante Sanierungen.

Wie finanzieren Käufer eine Immobilie 2026?

Die meisten Käufer finanzieren mit einem Annuitätendarlehen, also einer festen Monatsrate aus Zins und Tilgung über eine vereinbarte Zinsbindung. Für Kredite mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung lag der Effektivzins laut Bundesbank im August 2026 bei 4,04 Prozent. Banken erwarten, dass mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln kommen. Familien können zusätzlich einen günstigen Förderkredit der KfW nutzen.

Bauzinsen im Herbst 2026

Die Zinsen für Immobilienkredite sind 2026 leicht gestiegen. Im Juli lag der Durchschnitt für Kredite mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung laut Bundesbank bei 3,92 Prozent, im August bei 4,04 Prozent. Für Zinsbindungen von fünf bis zehn Jahren waren es 3,78 und 3,81 Prozent. Ein längerer Festzins kostet also etwas mehr, schützt aber vor steigenden Zinsen bei der Anschlussfinanzierung.

Zinsbindung Juli 2026 August 2026
über 5 bis 10 Jahre 3,78 % 3,81 %
über 10 Jahre 3,92 % 4,04 %

Wie viel Kredit können Sie sich leisten?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, dass die Kreditrate höchstens 40 Prozent des Nettoeinkommens ausmachen sollte. Zwischen errechnetem Überschuss und Rate sollten Sie zusätzlich etwa zehn Prozent Luft lassen. Ein Rechenbeispiel: Ein Darlehen über 300.000 Euro mit 4,0 Prozent Zins und 2 Prozent Anfangstilgung kostet 1.500 Euro im Monat. Bei einem Haushaltsnetto von 4.000 Euro wären das 37,5 Prozent, also knapp an der Grenze.

Darlehen Zins Tilgung Monatsrate
250.000 Euro 4,0 % 2 % 1.250 Euro
300.000 Euro 4,0 % 2 % 1.500 Euro
300.000 Euro 4,0 % 3 % 1.750 Euro
400.000 Euro 4,0 % 2 % 2.000 Euro

Eine höhere Tilgung verkürzt die Laufzeit deutlich und senkt die Restschuld am Ende der Zinsbindung. Achten Sie auf das Recht zu Sondertilgungen und auf die Möglichkeit, den Tilgungssatz während der Laufzeit zu ändern.

KfW-Förderung für den Kauf

Für den Kauf eines Bestandshauses gibt es das KfW-Programm 308, bekannt als Jung kauft Alt. Es richtet sich an Familien mit Kindern, die ein energetisch schlechtes Haus der Klassen F, G oder H kaufen und innerhalb von viereinhalb Jahren sanieren. Der Kredithöchstbetrag liegt bei 140.000 Euro mit einem Kind, 160.000 Euro mit zwei und 180.000 Euro ab drei Kindern. Wer neu baut, findet die passenden Programme im Ressort Hausbau & Ratgeber.

Förderkredite beantragen Sie über Ihre Hausbank, bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben. Prüfen Sie die Merkblätter der KfW kurz vor dem Antrag, denn Bedingungen und Zinsen ändern sich regelmäßig. Zuschüsse für Heizungstausch und Dämmung nach dem Kauf erklärt das Ressort Energie & Sanierung.

Energiestandard als Kostenfaktor

Beim Kauf eines älteren Hauses gehört die Heizung zur Finanzierung. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz, das das Gebäudeenergiegesetz abgelöst hat. Eine neue Gas- oder Ölheizung ist wieder zulässig, muss aber ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Rechnen Sie beim Kauf deshalb die Kosten eines Heizungswechsels mit ein.

Welche Regeln gelten für Miete und Mieterhöhung?

Für Mieter gelten zwei zentrale Grenzen. Bei einer neuen Vermietung darf die Miete in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen; diese Mietpreisbremse gilt bis Ende 2029. Im laufenden Mietverhältnis darf die Miete innerhalb von drei Jahren um höchstens 20 Prozent steigen, in vielen Städten nur um 15 Prozent, und nie über die Vergleichsmiete hinaus.

Die Mietpreisbremse bis 2029

Die Mietpreisbremse nach Paragraf 556d des Bürgerlichen Gesetzbuchs wurde 2025 um vier Jahre verlängert. Das Gesetz trat am 23. Juli 2025 in Kraft, die Regel gilt nun bis zum 31. Dezember 2029. Welche Städte betroffen sind, legen die Landesregierungen per Verordnung fest. Ausgenommen sind Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals genutzt und vermietet wurden. So soll der Neubau nicht ausgebremst werden.

Liegt Ihre Miete über der erlaubten Grenze, müssen Sie das gegenüber dem Vermieter rügen. Erst danach können Sie zu viel gezahlte Miete zurückverlangen. Den Vergleichswert finden Sie im örtlichen Mietspiegel. Mietervereine helfen bei der Prüfung, oft für einen überschaubaren Jahresbeitrag.

Mieterhöhung im laufenden Vertrag

Will der Vermieter die Miete an die ortsübliche Vergleichsmiete anpassen, muss er das schriftlich begründen, etwa mit dem Mietspiegel oder drei Vergleichswohnungen. Er darf ein solches Verlangen frühestens ein Jahr nach der letzten Erhöhung stellen. Die Kappungsgrenze aus Paragraf 558 begrenzt den Anstieg zusätzlich.

Regel Grenze Grundlage
Neuvermietung in angespanntem Markt höchstens 10 % über Vergleichsmiete § 556d BGB
Erhöhung im laufenden Vertrag höchstens 20 % in 3 Jahren § 558 Abs. 3 BGB
Erhöhung in angespanntem Markt höchstens 15 % in 3 Jahren, wenn das Land es festlegt § 558 Abs. 3 BGB
Wartezeit zwischen zwei Erhöhungen mindestens 1 Jahr § 558 Abs. 1 BGB

Ein Beispiel: Sie zahlen 800 Euro kalt, die Vergleichsmiete liegt bei 1.000 Euro. Mit 20 Prozent Kappungsgrenze darf die Miete auf höchstens 960 Euro steigen, mit 15 Prozent auf 920 Euro. Modernisierungsumlagen und Erhöhungen wegen gestiegener Betriebskosten zählen bei der Kappungsgrenze nicht mit. Bei Index- oder Staffelmieten gelten eigene Regeln.

Wie stark steigen die Mieten?

Bundesweit stiegen die Nettokaltmieten laut Statistischem Bundesamt im August 2026 um 1,9 Prozent zum Vorjahresmonat. Das ist weniger als die Inflationsrate von 2,9 Prozent. Der Durchschnitt umfasst allerdings vor allem Bestandsmieten, die nur langsam angepasst werden. Wer heute in einer Großstadt neu mietet, zahlt oft deutlich mehr, als die amtliche Statistik vermuten lässt.

Wie hoch sind Nebenkosten und wer bekommt Wohngeld?

Die Nebenkosten sind für viele Mieter zur zweiten Miete geworden. Laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds zahlten Mieter für das Abrechnungsjahr 2024 im Schnitt 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat, mehr als 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Wer die Wohnkosten nicht tragen kann, hat oft Anspruch auf Wohngeld. Ende 2025 erhielten rund 1,3 Millionen Haushalte diesen Zuschuss.

Was die Betriebskosten ausmachen

Den größten Anteil haben Heizung und Warmwasser mit durchschnittlich 1,32 Euro pro Quadratmeter und Monat. Fallen alle denkbaren Betriebskostenarten an, kann die zweite Miete laut Mieterbund bis zu 3,68 Euro pro Quadratmeter erreichen. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung summiert sich dieser Höchstwert auf 3.532,80 Euro im Jahr, 508,80 Euro mehr als im Vorjahr. Beim Durchschnittswert sind es rund 2.563 Euro.

Kennzahl Wert je m² und Monat 80 m² pro Jahr
Betriebskosten im Durchschnitt 2,67 Euro 2.563 Euro
davon Heizung und Warmwasser 1,32 Euro 1.267 Euro
alle Kostenarten zusammen 3,68 Euro 3.533 Euro

Prüfen Sie Ihre Abrechnung genau. Der Vermieter muss sie spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums vorlegen, und er darf nur Kosten umlegen, die im Mietvertrag vereinbart sind. Verwaltungskosten und Reparaturen gehören nicht in die Betriebskostenabrechnung. Seit dem 1. Juli 2024 dürfen Vermieter zudem keine Kabelgebühren mehr umlegen, was diesen Posten laut Mieterbund um rund 42 Prozent gesenkt hat.

Energiepreise 2026

Bei den Energiekosten gibt es 2026 eine leichte Entlastung. Haushaltsenergie war im August 2026 laut Statistischem Bundesamt 0,7 Prozent billiger als ein Jahr zuvor. Strom kostete 5,5 Prozent weniger, Erdgas 2,9 Prozent weniger. Die Entlastung geht vor allem auf staatliche Maßnahmen seit Jahresbeginn zurück. Ob sie in der nächsten Abrechnung ankommt, hängt von Ihrem Versorger und dem Heizsystem des Hauses ab.

Wohngeld: Rekord bei den Empfängern

Wohngeld ist ein Zuschuss zur Miete oder, für Eigentümer, zu den Wohnkosten. Ende 2025 bezogen rund 1,3 Millionen Haushalte Wohngeld, 7,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das waren 3,2 Prozent aller Haushalte. Der durchschnittliche Anspruch lag bei 296 Euro im Monat. Bund und Länder gaben zusammen 4,992 Milliarden Euro aus, so viel wie nie seit Beginn der Statistik 2005.

Kennzahl Wohngeld Ende 2025
Haushalte mit Wohngeld rund 1,3 Millionen
Veränderung zum Vorjahr +7,2 %
Anteil an allen Haushalten 3,2 %
Durchschnittlicher Anspruch 296 Euro pro Monat
Ausgaben von Bund und Ländern 4,992 Mrd. Euro
Haushalte mit Rentnern als Haupteinkommensbezieher 51 %

Mehr als die Hälfte der Wohngeldhaushalte sind Rentnerhaushalte, 39 Prozent sind Haushalte mit Kindern. Wer knapp über der Grundsicherung liegt, sollte einen Antrag prüfen. Zuständig ist die Wohngeldstelle der Gemeinde oder des Kreises, das Wohngeld wird nur ab dem Monat des Antrags gezahlt.

Wie läuft ein Immobilienkauf Schritt für Schritt ab?

Ein Immobilienkauf läuft in festen Schritten ab: Budget klären, Finanzierungszusage einholen, Objekt prüfen, Kaufvertrag beim Notar beurkunden, Kaufpreis zahlen und Eigentum im Grundbuch eintragen lassen. Von der ersten Besichtigung bis zur Schlüsselübergabe vergehen meist zwei bis vier Monate. Die wichtigste Regel lautet: Unterschreiben Sie den Kaufvertrag erst, wenn die Finanzierung verbindlich steht und Sie alle Unterlagen gelesen haben.

Die Schritte im Überblick

  1. Budget berechnen: Eigenkapital, Kaufnebenkosten und eine tragbare Monatsrate ermitteln. Die Rate sollte höchstens 40 Prozent des Nettoeinkommens betragen.
  2. Finanzierung vorprüfen: Mit zwei oder drei Banken oder einem Vermittler sprechen und eine Finanzierungsbestätigung einholen. Verkäufer nehmen solche Interessenten ernster.
  3. Objekt suchen und besichtigen: Lage, Zustand und Energieausweis prüfen. Bei älteren Häusern einen Sachverständigen mitnehmen.
  4. Unterlagen prüfen: Grundbuchauszug, Flurkarte, Baulastenverzeichnis und bei Wohnungen Teilungserklärung, Wirtschaftsplan und Protokolle der Eigentümerversammlungen.
  5. Preis verhandeln: Sanierungsbedarf, Energieklasse und Vermarktungsdauer sind die stärksten Argumente.
  6. Kreditvertrag abschließen: Erst nach verbindlicher Zusage den Notartermin festlegen lassen.
  7. Kaufvertrag beurkunden: Der Notar muss Ihnen den Entwurf bei Verbraucherverträgen in der Regel zwei Wochen vorher zusenden.
  8. Auflassungsvormerkung: Sie sichert Ihren Anspruch im Grundbuch, bevor der Kaufpreis fließt.
  9. Grunderwerbsteuer und Kaufpreis zahlen: Erst nach der Fälligkeitsmitteilung des Notars.
  10. Übergabe und Eintragung: Schlüsselübergabe mit Protokoll, danach Eintragung als Eigentümer im Grundbuch.

Typische Fehler beim Kauf

Viele Probleme entstehen vor der Unterschrift. Käufer verlassen sich auf das Exposé statt auf Unterlagen, unterschätzen den Sanierungsbedarf oder lassen keinen Puffer für die Nebenkosten. Bei Eigentumswohnungen wird die Rücklage der Gemeinschaft oft übersehen. Ist sie gering und steht eine Dachsanierung an, droht eine hohe Sonderumlage kurz nach dem Kauf.

Fehler Folge So vermeiden Sie ihn
Kaufnebenkosten nicht eingeplant Finanzierungslücke von 10 bis 15 % Nebenkosten vorab aus Eigenkapital reservieren
Kein Gutachter beim Altbau unerwartete Sanierungskosten Sachverständigen vor dem Notartermin beauftragen
Protokolle der Eigentümerversammlung nicht gelesen Sonderumlage nach dem Kauf Protokolle der letzten drei Jahre anfordern
Zinsbindung zu kurz hohe Rate bei der Anschlussfinanzierung Zinsbindung von 10 bis 15 Jahren prüfen
Energieausweis ignoriert hohe Heizkosten, Pflicht zur Modernisierung Heizungstausch in den Kaufpreis einrechnen

Rechtliche Fragen rund um Kauf und Miete

Für Streitfragen zu Kaufvertrag, Mängeln, Mietrecht und Förderung lohnt sich ein Blick in das Ressort Recht & Förderung. Dort erklären wir Gesetzesänderungen wie den Bau-Turbo, Fristen für Baugenehmigungen und neue Förderbedingungen. Bei hohen Beträgen ersetzt kein Ratgeber die Beratung durch einen Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht oder durch einen unabhängigen Sachverständigen.

Dieser Ratgeber wird monatlich aktualisiert. Neue Beiträge aus dem Ressort Immobilien & Wohnen verlinken wir hier, sobald sie erscheinen.

Häufige Fragen

Ist Kaufen oder Mieten 2026 günstiger?

Das hängt vom Kaufpreisfaktor ab. Liegt der Kaufpreis über dem 25-Fachen der Jahreskaltmiete, ist Mieten rechnerisch oft günstiger; wer lange bleibt und konsequent tilgt, baut mit dem Kauf Vermögen auf.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten?

Die Verbraucherzentrale rechnet mit 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises. Dazu gehören Grunderwerbsteuer von 3,5 bis 6,5 Prozent, 1 bis 1,5 Prozent für Notar und Grundbuch sowie gegebenenfalls die Maklerprovision.

Wie viel Maklerprovision zahlt der Käufer?

Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern höchstens die Hälfte, wenn der Makler für beide Seiten tätig ist. Bei einer Gesamtprovision von 6 Prozent plus Mehrwertsteuer sind das 3,57 Prozent.

Wie lange gilt die Mietpreisbremse?

Sie wurde 2025 verlängert und gilt bis zum 31. Dezember 2029. Die Länder legen fest, in welchen Städten sie greift.

Um wie viel darf der Vermieter die Miete erhöhen?

Im laufenden Vertrag um höchstens 20 Prozent in drei Jahren, in vielen angespannten Märkten nur um 15 Prozent. Die Miete darf dabei die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschreiten.

Wie hoch sind die Nebenkosten pro Quadratmeter?

Laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds im Schnitt 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat für das Jahr 2024. Fallen alle Kostenarten an, sind es bis zu 3,68 Euro.

Wie hoch sind die Bauzinsen im Herbst 2026?

Für Kredite mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung lag der Effektivzins laut Bundesbank im August 2026 bei 4,04 Prozent.

Wer bekommt Wohngeld?

Haushalte mit geringem Einkommen, die keine Grundsicherung beziehen. Ende 2025 waren es rund 1,3 Millionen Haushalte mit durchschnittlich 296 Euro im Monat, mehr als die Hälfte davon Rentnerhaushalte.

Quellen

  1. Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026: +0,6 % zum VorjahresquartalStatistisches Bundesamt · abgerufen 10.10.2026
  2. Inflationsrate im August 2026 bei +2,9 %Statistisches Bundesamt · abgerufen 10.10.2026
  3. 1,3 Millionen Wohngeldhaushalte im Jahr 2025Statistisches Bundesamt · abgerufen 10.10.2026
  4. Eigentumsquote nach BundesländernStatistisches Bundesamt · abgerufen 10.10.2026
  5. Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026: +5,0 % gegenüber Mai 2025Statistisches Bundesamt · abgerufen 10.10.2026
  6. House prices up by 4.0% in the euro areaEurostat · abgerufen 10.10.2026
  7. Wohnungsbaukredite an private Haushalte: EffektivzinssätzeDeutsche Bundesbank · abgerufen 10.10.2026
  8. Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb (308)KfW · abgerufen 10.10.2026
  9. Mieterbund veröffentlicht aktuellen Betriebskostenspiegel für DeutschlandDeutscher Mieterbund · abgerufen 10.10.2026
  10. Bundeskabinett verlängert MietpreisbremseBundesregierung · abgerufen 10.10.2026
  11. § 558 BGB Mieterhöhung bis zur ortsüblichen VergleichsmieteBundesministerium der Justiz · abgerufen 10.10.2026
  12. § 656c BGB Lohnanspruch bei Tätigkeit für beide ParteienBundesministerium der Justiz · abgerufen 10.10.2026
  13. Immobilienfinanzierung: So berechnen Sie, was Sie sich leisten könnenVerbraucherzentrale · abgerufen 10.10.2026
  14. Grunderwerbsteuer: Länder nehmen Rekordsummen einHaufe · abgerufen 10.10.2026
  15. Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: GebäudemodernisierungsgesetzBundesministerium der Justiz · abgerufen 10.10.2026

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