- Acht Gebäude aus Mittelbaden erhielten am 7. Oktober 2026 in Kehl die Hugo-Häring-Auszeichnung des BDA.
- Alle 38 bis 40 Einreichungen sind bis zum 28. Oktober 2026 auf dem Vorplatz des Kehler Kulturhauses ausgestellt.
- 2023 wurden in der Region noch elf Bauten ausgezeichnet, das sind drei mehr als in diesem Jahr.
- Die ausgezeichneten Projekte treten im Folgejahr beim Hugo-Häring-Landespreis an.
- Bauherrschaft und Architekturbüro werden bei diesem Preis immer gemeinsam geehrt.
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Was zeigt die Ausstellung zum Architekturpreis in Kehl?
Auf dem Vorplatz des Kulturhauses in Kehl (Am Läger 12) sind seit dem 5. Oktober 2026 sämtliche Einreichungen zur Hugo-Häring-Auszeichnung 2026 aus Mittelbaden zu sehen. Laut Badischen Neuesten Nachrichten präsentiert der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) die rund 40 Projekte damit zum ersten Mal unter freiem Himmel. Die Schau läuft bis zum 28. Oktober und ist Teil der Europäischen Architekturtage.
Bei der Zahl der Einreichungen gehen die Angaben auseinander: Die Zeitung nennt 40 Projekte, der Veranstaltungskalender zur Ausstellung spricht von 38, und die Gemeinde Iffezheim schreibt in ihrer Mitteilung von 38 beziehungsweise 40. Eine Erklärung für die Differenz liegt bislang nicht vor (Stand: Oktober 2026). Veranstalter ist die BDA-Kreisgruppe Baden-Baden, Rastatt, Ortenau.
Die Architekturtage am Oberrhein finden 2026 zum 26. Mal statt und stehen unter dem Motto Architektur und Landschaft. Nach Angaben des Schwarzwälder Boten umfasst das Festival fast 180 Veranstaltungen in etwa 50 Orten im Elsass, in Baden-Württemberg und in den Basler Kantonen. Es endet am 25. Oktober, die Kehler Freiluftschau bleibt drei Tage länger stehen.
Welche Bauten wurden in Mittelbaden ausgezeichnet?
Acht Gebäude aus der Region Baden-Baden, Rastatt und Ortenau erhielten am 7. Oktober 2026 im Kehler Kulturcafé die Hugo-Häring-Auszeichnung. Öffentlich bestätigt sind bislang unter anderem das Feuerwehrhaus mit DRK-Depot in Iffezheim, das neue Bettenhaus der Fachklinik Haus Renchtal in Renchen, ein Wohn- und Bürohaus aus Holz in Nordrach sowie eine Kindertagesstätte. Eine sechsköpfige Jury wählte die Preisträger aus.
Dem Preisgericht gehörte der Kehler Baubürgermeister Thomas Wuttke an, der selbst gelernter Architekt ist. Die folgende Übersicht zeigt die Projekte, zu denen bereits Einzelheiten veröffentlicht wurden.
| Projekt | Ort | Was hervorgehoben wird |
|---|---|---|
| Feuerwehrhaus mit DRK-Depot | Iffezheim | Markante Geometrie auf dreieckigem Grundstück, Sichtbeton, Materialbezug zum örtlichen Sandstein |
| Bettenhaus der Fachklinik Haus Renchtal | Renchen | Geschossweise gegeneinander verdrehte Grundrisse, kurze Flure mit Fenstern am Ende |
| Wohn- und Bürohaus von Architekt Michael Welle | Nordrach | Holzbau, in dem Wohnung und Büro unter einem Dach liegen |
Die Gemeinde Iffezheim ist bei ihrem Feuerwehrhaus selbst Bauherrin. Die Jury lobt dort nach Darstellung der Gemeinde die funktionale Gliederung und die sorgfältige Ausführung der Details. Beim Renchener Klinikbau steht das Raumkonzept für Menschen mit Suchterkrankungen im Mittelpunkt.
Wie hat sich der Wettbewerb gegenüber 2023 entwickelt?
Die Zahl der Auszeichnungen ist gesunken: 2023 wurden in Mittelbaden elf Gebäude prämiert, 2026 sind es acht, also rund 27 Prozent weniger. Bei 38 bis 40 Einreichungen erhielt damit etwa jedes fünfte Projekt die Auszeichnung. Die Jury besichtigte 18 Bauten vor Ort und legte dafür nach Angaben der Badischen Neuesten Nachrichten rund 500 Kilometer zurück.
| Kennzahl | 2023 | 2026 |
|---|---|---|
| Ausgezeichnete Gebäude in Mittelbaden | 11 | 8 |
| Einreichungen | nicht veröffentlicht | 38 bis 40 |
| Von der Jury besichtigte Bauten | nicht veröffentlicht | 18 |
| Ausstellung der Einreichungen | nicht im Freien | erstmals im Freien, 5. bis 28. Oktober |
Landesweit ist das Interesse an dem Preis über die Jahrzehnte stark gewachsen. Zur ersten Runde 1969 gingen 80 Arbeiten ein, 1978 waren es 150 und 2014 bereits 719. Zahlen für ganz Baden-Württemberg zur Runde 2026 hat der BDA noch nicht veröffentlicht.
Wie läuft das Verfahren zum Hugo-Häring-Preis ab?
Der BDA Baden-Württemberg vergibt den Preis seit 1969 alle drei Jahre in zwei Stufen. Im ersten Jahr zeichnen die 15 Kreisgruppen vorbildliche Bauwerke mit der Hugo-Häring-Auszeichnung aus, im Folgejahr konkurrieren diese Projekte um den Hugo-Häring-Landespreis. Geehrt werden stets Bauherrschaft und Architekturbüro gemeinsam. Die Landespreise nehmen anschließend am bundesweiten BDA-Architekturpreis Nike teil.
In Mittelbaden verlief die aktuelle Runde in diesen Schritten:
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- April 2026: Start der Online-Bewerbung.
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- Mai 2026: Einreichungsschluss.
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- und 25. Juli 2026: Jurysitzung und Besichtigungen, Gastgeberin war die Stadt Kehl.
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- Oktober 2026: Preisverleihung im Kulturcafé Kehl.
- 2027: Landesentscheid um den Hugo-Häring-Landespreis.
In Fachkreisen werden die beiden Stufen als kleiner und großer Hugo bezeichnet. Hintergründe zu Wettbewerben und Vergabeverfahren fasst unser Ratgeber zu Architektur und Projekten zusammen.
Was bedeutet die Auszeichnung für Bauherren und Betriebe?
Für Bauherren ist die Auszeichnung vor allem ein Qualitätsnachweis, denn sie wird ihnen gemeinsam mit dem Planungsbüro verliehen. Teilnehmen konnten Gebäude, Gebäudegruppen, städtebauliche Anlagen und Ingenieurbauwerke in Baden-Württemberg, die nicht vor 2021 fertiggestellt wurden. Die prämierten Beispiele reichen vom privaten Holzhaus bis zum kommunalen Feuerwehrhaus und zeigen, dass auch kleinere Bauaufgaben Chancen haben.
Private Bauherren, Kommunen und Unternehmen können sich in Kehl noch bis zum 28. Oktober ein Bild davon machen, welche Lösungen in der Region zuletzt gebaut wurden. Für ausführende Betriebe ist ein prämiertes Objekt eine belastbare Referenz, weil die Jury die Gebäude vor Ort begutachtet und nicht nur Pläne und Fotos bewertet.
Da der Preis im dreijährigen Rhythmus vergeben wird, steht die nächste Bewerbungsrunde turnusgemäß 2029 an. Wer bis dahin ein Projekt plant, findet weitere Berichte in der Rubrik Architektur & Projekte und praktische Grundlagen für das eigene Vorhaben unter Hausbau & Ratgeber.
Häufige Fragen
Wo und wie lange ist die Ausstellung zur Hugo-Häring-Auszeichnung in Kehl zu sehen?
Die Einreichungen stehen auf dem Vorplatz des Kulturhauses Kehl, Am Läger 12. Die Freiluftausstellung läuft vom 5. bis zum 28. Oktober 2026.
Wie viele Projekte wurden 2026 in Mittelbaden ausgezeichnet?
Die Jury vergab acht Auszeichnungen bei 38 bis 40 Einreichungen. 2023 waren es in der Region noch elf ausgezeichnete Gebäude.
Was ist der Unterschied zwischen Hugo-Häring-Auszeichnung und Landespreis?
Die Auszeichnung ist die erste Stufe und wird in den 15 BDA-Kreisgruppen vergeben. Die dort prämierten Bauten treten im Folgejahr um den Hugo-Häring-Landespreis an.
Wer kann sich um den Hugo-Häring-Preis bewerben?
Eingereicht werden können Bauwerke in Baden-Württemberg, in der Runde 2026 mit Fertigstellung nicht vor 2021. Ausgezeichnet werden Bauherrschaft und Architekturbüro gemeinsam.
Quellen
- Hugo-Häring-Preis: Über den Preis und das Verfahren
- Hugo-Häring-Preis für das Feuerwehrhaus mit DRK-Depot
- Architekturpreis in Kehl: Alle 40 Projekte erstmals im Freien zu sehen
- Diese acht Bauten aus Mittelbaden gewinnen den Hugo-Häring-Preis
- Renchener Klinik erhält Architekturpreis für neues Bettenhaus
- Architekturpreis: Auf der Suche nach Ortenaus schönsten Häusern
- Bis Ende Oktober: Das bieten die 26. Oberrheinischen Architekturtage in der Ortenau
- Außenausstellung: Präsentation der 38 Einreichungen für die Hugo-Häring-Auszeichnung 2026
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