- Von Januar bis Juli 2026 wurden 27.900 Einfamilienhäuser genehmigt, 9,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
- Baukosten liegen oft bei 2.600 bis 3.000 Euro je m² Wohnfläche, dazu kommen 15 bis 20 Prozent Baunebenkosten.
- Zehnjährige Bauzinsen lagen im August 2026 laut Bundesbank bei durchschnittlich 4,04 Prozent.
- Familien können mit dem KfW-Programm 300 je nach Kinderzahl bis zu 270.000 Euro zinsgünstigen Kredit erhalten.
- Beim Verbraucherbauvertrag dürfen Abschläge höchstens 90 Prozent des Preises betragen, die Gewährleistung läuft 5 Jahre.
Inhalt · 7 Abschnitte
Was gehört zum Hausbau und wie ist die Lage 2026?
Ein Hausbau umfasst alle Schritte vom Grundstückskauf über Planung, Finanzierung und Genehmigung bis zur Abnahme des fertigen Hauses. 2026 bauen wieder mehr Menschen: Von Januar bis Juli genehmigten die Behörden 27.900 neue Einfamilienhäuser, 9,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig bleiben Baupreise und Zinsen hoch. Wer heute baut, braucht deshalb einen genauen Kostenplan, eine solide Finanzierung und einen Vertrag, der ihn schützt.
Dieser Ratgeber bündelt das Wissen aus dem Ressort Hausbau & Ratgeber. Er erklärt Begriffe, nennt aktuelle Zahlen und verweist auf vertiefende Beiträge. Die Inhalte im Überblick:
- Was gehört zum Hausbau und wie ist die Lage 2026?
- Was kostet ein Hausbau 2026?
- Wie finanzieren Bauherren ein Haus?
- Massivhaus oder Fertighaus: Welche Bauweise passt?
- Welche Regeln gelten für Genehmigung und Energiestandard?
- Worauf kommt es beim Bauvertrag an?
- Wie läuft ein Hausbau Schritt für Schritt ab?
Die wichtigsten Begriffe
Wer ein Haus plant, begegnet vielen Fachbegriffen. Diese sollten Sie kennen, bevor Sie mit Banken, Hausanbietern und Behörden sprechen:
- Bauherr: Die Person, die das Bauvorhaben in Auftrag gibt und rechtlich verantwortet. Sie trägt das Kostenrisiko und muss die Genehmigung beantragen lassen.
- Bauträger: Ein Unternehmen, das Grundstück und Haus aus einer Hand verkauft. Der Käufer ist dann kein Bauherr im engeren Sinn, sondern Erwerber.
- Generalunternehmer: Ein Betrieb, der alle Gewerke zu einem Festpreis übernimmt und Subunternehmer einsetzt. Sie haben nur einen Vertragspartner.
- Baubeschreibung: Das Dokument legt fest, was genau gebaut wird, von der Bodenplatte bis zu den Steckdosen. Sie ist die Grundlage für jeden Preisvergleich.
- Baunebenkosten: Alle Kosten neben dem Bauwerk selbst, etwa für Notar, Genehmigung, Vermessung, Gutachten, Hausanschlüsse und Versicherungen.
- Abnahme: Der Bauherr erklärt, dass das Werk im Wesentlichen vertragsgemäß ist. Ab diesem Tag läuft die Gewährleistung.
- Effizienzhaus: Ein Förderstandard der KfW. Ein Effizienzhaus 40 braucht nur 40 Prozent der Primärenergie eines gesetzlichen Referenzgebäudes.
Der Markt in Zahlen
Der Wohnungsbau erholt sich langsam von einem tiefen Einbruch. Im Juli 2026 wurden laut Statistischem Bundesamt 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als im Juli 2025. In den ersten sieben Monaten waren es 148.800 Wohnungen, ein Plus von 12,9 Prozent. Bei Zweifamilienhäusern stieg die Zahl der Genehmigungen sogar um 25,0 Prozent auf 8.900.
| Kennzahl | Wert | Zeitraum |
|---|---|---|
| Genehmigte Wohnungen | 148.800 (+12,9 %) | Januar bis Juli 2026 |
| Genehmigte Einfamilienhäuser | 27.900 (+9,7 %) | Januar bis Juli 2026 |
| Genehmigte Zweifamilienhäuser | 8.900 (+25,0 %) | Januar bis Juli 2026 |
| Fertiggestellte Wohnungen | 206.600 (−18,0 %) | 2025 |
| Fertiggestellte Einfamilienhäuser | 41.800 (−23,3 %) | 2025 |
| Dauer Genehmigung bis Fertigstellung | 27 Monate | 2025 |
Die Fertigstellungen hinken den Genehmigungen hinterher. 2025 wurden 206.600 Wohnungen fertig, 18,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Zwischen Genehmigung und Bezug vergingen im Schnitt 27 Monate, 2020 waren es noch 20 Monate. Wie sich die gesamte Branche entwickelt, verfolgen wir im Ressort Bauwirtschaft.
Ein weiteres Warnsignal ist der Bauüberhang. Ende 2025 waren in Deutschland 760.700 Wohnungen genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt. Für 35.700 Wohnungen erloschen die Genehmigungen, so viele wie seit 2002 nicht mehr. Hinter dieser Zahl stehen oft Bauherren, die ihr Projekt wegen gestiegener Kosten oder Zinsen aufgeben mussten. Eine realistische Planung von Anfang an schützt vor diesem Schicksal.
Wer baut für Sie? Die vier Wege zum eigenen Haus
Bevor es um Kosten geht, steht eine Grundsatzfrage: Wer plant und baut Ihr Haus? Die Wahl beeinflusst Preis, Mitsprache und Risiko. Grob lassen sich vier Wege unterscheiden, die jeweils eigene Vor- und Nachteile haben.
| Weg | So funktioniert es | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Architekt und Einzelvergabe | Architekt plant, Sie beauftragen jedes Gewerk einzeln | maximale Freiheit, Kontrolle über Qualität | hoher Koordinationsaufwand, Architektenhonorar |
| Generalunternehmer | ein Betrieb baut zum Festpreis nach Ihrem Entwurf | ein Ansprechpartner, Preissicherheit | weniger Einblick in Subunternehmer |
| Fertighausanbieter | Haus aus dem Katalog oder individuell, Vorfertigung im Werk | kurze Bauzeit, oft Festpreis | Änderungen nur bis zur Werksplanung |
| Bauträger | Grundstück und Haus aus einer Hand, notarieller Kaufvertrag | wenig Aufwand, fester Gesamtpreis | kaum Einfluss auf Planung, kein Widerrufsrecht |
Beim Bauträger kaufen Sie rechtlich ein fertiges Produkt, das erst noch entsteht. Die Zahlungen richten sich dann nach der Makler- und Bauträgerverordnung und dem Baufortschritt. Beim Architekten oder Generalunternehmer sind Sie selbst Bauherr und tragen mehr Verantwortung, haben aber auch mehr Mitsprache.
Was kostet ein Hausbau 2026?
Die reinen Baukosten für ein Einfamilienhaus liegen 2026 in vielen Regionen bei grob 2.600 bis 3.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Ein Haus mit 140 Quadratmetern kostet damit rund 366.000 bis 420.000 Euro, ohne Grundstück. Hinzu kommen Baunebenkosten von 15 bis 20 Prozent, die Grunderwerbsteuer auf das Grundstück und Außenanlagen. Wer nur den Hauspreis aus dem Prospekt einplant, rechnet fast immer zu knapp.
Als Orientierung dienen amtliche Daten: In Rheinland-Pfalz veranschlagten Bauherren 2025 im Schnitt 2.616 Euro je Quadratmeter für genehmigte Wohngebäude, 6,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Baupreisindex für neue Wohngebäude lag im Mai 2026 bei 140,3 Punkten und damit 5,0 Prozent über dem Vorjahreswert. Wie sich der Quadratmeterpreis zusammensetzt und was Häuser mit 120, 140 oder 160 Quadratmetern kosten, zeigt unser Beitrag Hausbau Kosten pro qm.
Baunebenkosten: der unterschätzte Posten
Der Verband Privater Bauherren (VPB) setzt die Baunebenkosten mit 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten an. Bei einem Haus für 350.000 Euro sind das nach VPB-Rechnung 55.000 bis 70.000 Euro. Viele dieser Posten fallen an, bevor überhaupt gebaut wird. Die folgende Tabelle zeigt typische Spannen:
| Posten | Typische Kosten | Quelle |
|---|---|---|
| Notar und Grundbuch | 1,5 bis 3 % des Kaufpreises | VPB |
| Vermessung | 1.500 bis 3.000 Euro | VPB |
| Bauantrag und Genehmigung | 800 bis 2.500 Euro | VPB |
| Hausanschlüsse (Strom, Wasser, Abwasser, Telekommunikation) | 5.000 bis 15.000 Euro | VPB |
| Bodengutachten | 400 bis 2.500 Euro | VPB |
| Baustrom und Bauwasser | 1.000 bis 2.000 Euro | VPB |
| Baustelleneinrichtung | 1.500 bis 4.500 Euro | VPB |
| Bauversicherungen | 500 bis 1.000 Euro | VPB |
| Maklerprovision beim Grundstückskauf | 3 bis 6 % plus Mehrwertsteuer | Verbraucherzentrale |
Die Verbraucherzentrale nennt für Notar und Grundbuch etwas niedrigere Werte von etwa 1 bis 1,5 Prozent. Die Spanne hängt vom Kaufpreis und vom Umfang der Beurkundung ab. Planen Sie zusätzlich einen Puffer für Unvorhergesehenes ein, etwa für einen schwierigen Baugrund oder Nachträge.
Grunderwerbsteuer nach Bundesland
Beim Kauf eines Grundstücks fällt Grunderwerbsteuer an. Die Bundesländer legen den Satz selbst fest, er reicht von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,5 Prozent in vier Ländern. Bei einem Grundstück für 150.000 Euro sind das zwischen 5.250 und 9.750 Euro. Kaufen Sie Grundstück und Haus gemeinsam von einem Bauträger, wird die Steuer in der Regel auf den Gesamtpreis berechnet.
| Steuersatz | Bundesländer |
|---|---|
| 3,5 % | Bayern |
| 5,0 % | Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen |
| 5,5 % | Bremen, Hamburg, Sachsen |
| 6,0 % | Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern |
| 6,5 % | Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein |
Keller oder Bodenplatte?
Eine der größten Einzelentscheidungen beim Kostenplan ist der Keller. Ein Haus auf einer Bodenplatte ist deutlich günstiger, weil Aushub, Abdichtung und die Kellerwände entfallen. Ein Keller schafft dafür zusätzliche Nutzfläche für Technik, Vorräte und Hobbyräume, die nicht als Wohnfläche zählt. Bei Hanglagen oder hohem Grundwasser kann ein Keller technisch sinnvoll oder umgekehrt besonders teuer sein. Hier hilft ein Bodengutachten, das Sie vor dem Grundstückskauf beauftragen sollten.
Eigenleistung realistisch einschätzen
Viele Bauherren wollen mit Eigenleistung sparen, etwa bei Malerarbeiten, Bodenbelägen oder Außenanlagen. Banken erkennen Eigenleistung oft nur bis zu einer bestimmten Höhe als Eigenkapitalersatz an. Unterschätzt wird häufig der Zeitaufwand: Wer berufstätig ist, schafft abends und am Wochenende weniger als geplant, und Verzögerungen blockieren nachfolgende Gewerke. Planen Sie Eigenleistung deshalb nur dort ein, wo Sie Erfahrung haben und kein Fachbetrieb auf Sie warten muss.
Laufende Kosten nicht vergessen
Zu den Baukosten kommen später die Betriebskosten. Heizung, Strom, Grundsteuer, Versicherungen und Rücklagen für Instandhaltung belasten das Budget jeden Monat. Besonders die Wahl der Heizung wirkt sich über Jahrzehnte aus. Was Öl, Gas und Wärmepumpe im Vergleich kosten, zeigt unser Heizkosten-Vergleich. Wie sich die Preise für Beton, Stahl und Holz entwickeln, verfolgen wir im Ressort Baustoffe.
Wie finanzieren Bauherren ein Haus?
Die meisten Bauherren finanzieren ihr Haus mit einem Annuitätendarlehen der Bank, Eigenkapital und oft einem Förderkredit der KfW. Die Bauzinsen für zehn Jahre Zinsbindung lagen im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt bei 4,04 Prozent. Banken erwarten meist, dass Sie mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln zahlen. Je mehr Eigenkapital, desto günstiger der Zins und desto geringer das Risiko.
Bauzinsen 2026
Die Zinsen für Wohnungsbaukredite sind 2026 leicht gestiegen. Nach der Statistik der Bundesbank lag der effektive Zins für Kredite mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung im Juli bei 3,92 Prozent und im August bei 4,04 Prozent. Der Kreditvermittler Baufi24 meldet für September einen Durchschnitt von 4,16 Prozent. Laut Baufi24-Chef Oliver Kohnen bewegten sich zehnjährige Zinsen Anfang Oktober um 4,5 Prozent.
| Zinsbindung | Juli 2026 | August 2026 |
|---|---|---|
| über 5 bis 10 Jahre | 3,78 % | 3,81 % |
| über 10 Jahre | 3,92 % | 4,04 % |
Was das bedeutet, zeigt eine einfache Rechnung: Ein Darlehen über 300.000 Euro mit 4,0 Prozent Zins und 2 Prozent anfänglicher Tilgung kostet 18.000 Euro im Jahr, also 1.500 Euro im Monat. Bei 3 Prozent Tilgung sind es 1.750 Euro, dafür ist der Kredit deutlich schneller abbezahlt. Rechnen Sie Ihre Rate immer mit einem Zinsaufschlag für die Anschlussfinanzierung durch.
KfW-Förderkredite für den Neubau
Die KfW unterstützt Neubauten mit zinsgünstigen Krediten, wenn das Haus besonders effizient ist und nicht mit Öl, Gas oder Biomasse heizt. Für Familien mit Kindern gibt es ein eigenes Programm mit höheren Beträgen und Einkommensgrenzen. Wer ein altes Haus kauft und saniert, kann ein weiteres Familienprogramm nutzen. Die Zinsen der Programme ändern sich laufend und stehen tagesaktuell bei der KfW.
| Programm | Für wen | Kredithöchstbetrag | Wichtige Bedingungen |
|---|---|---|---|
| 297/298 Klimafreundlicher Neubau | alle Bauherren | 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel 150.000 Euro | keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung |
| 300 Wohneigentum für Familien | Familien mit Kind unter 18 | mit QNG-Siegel 220.000 bis 270.000 Euro je nach Kinderzahl | Effizienzhaus 40, Einkommen bis 90.000 Euro bei einem Kind plus 10.000 Euro je weiterem Kind, erstes Wohneigentum |
| 308 Jung kauft Alt | Familien, die ein Bestandshaus kaufen | 140.000 Euro (1 Kind), 160.000 Euro (2), 180.000 Euro (3 und mehr) | Energieklasse F, G oder H, Sanierung innerhalb von 4,5 Jahren |
Förderkredite werden über die Hausbank beantragt, und zwar bevor Sie den Bauvertrag unterschreiben oder mit dem Bau beginnen. Einen Rechtsanspruch auf die Mittel gibt es nicht. Die Bedingungen ändern sich regelmäßig, prüfen Sie deshalb kurz vor dem Antrag die aktuellen Merkblätter. Welche Zuschüsse es für Heizung und Sanierung gibt, erklärt das Ressort Energie & Sanierung.
Eigenkapital und Puffer
Als Faustregel sollten die Kaufnebenkosten und ein Teil der Baukosten aus Eigenkapital kommen. Die Verbraucherzentrale beziffert die Nebenkosten beim Immobilienkauf insgesamt auf etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises. Planen Sie die monatliche Rate so, dass auch steigende Lebenshaltungskosten, Reparaturen und eine längere Bauzeit noch tragbar sind. Eine bereitstellungszinsfreie Zeit von mehreren Monaten ist beim Neubau besonders wichtig, weil die Bank das Geld in Raten auszahlt.
Massivhaus oder Fertighaus: Welche Bauweise passt?
Massivhaus und Fertighaus unterscheiden sich vor allem in Bauzeit, Planungsfreiheit und Ablauf, weniger im Preis. Ein Fertighaus wird zu großen Teilen im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle in wenigen Tagen aufgestellt. Ein Massivhaus wird Stein auf Stein vor Ort gemauert oder betoniert. Mehr als jedes vierte neu genehmigte Ein- und Zweifamilienhaus ist inzwischen ein Fertighaus.
Nach Zahlen des Bundesverbands Deutscher Fertigbau lag die Fertigbauquote bei den genehmigten Ein- und Zweifamilienhäusern 2025 bei 26,5 Prozent, ein Rekord. Im ersten Halbjahr 2026 stieg sie auf 26,7 Prozent. In Baden-Württemberg ist fast jedes zweite neue Eigenheim ein Fertighaus, die Quote lag dort bei 44,7 Prozent. Hintergründe liefert unser Beitrag im Ressort Bauwirtschaft.
| Kriterium | Massivhaus | Fertighaus |
|---|---|---|
| Bauweise | Mauerwerk oder Beton, vor Ort errichtet | Holztafel- oder Holzrahmenbau, im Werk vorgefertigt |
| Bauzeit auf der Baustelle | meist mehrere Monate Rohbau | Montage in wenigen Tagen, Ausbau danach |
| Planung | sehr flexibel, auch später änderbar | Änderungen nur bis zur Werksplanung |
| Witterung | Rohbau muss austrocknen | kaum Trocknungszeit |
| Preissicherheit | abhängig vom Vertrag | oft Festpreis ab Werk |
Welche Bauweise passt, hängt von Grundstück, Zeitplan und Ihren Vorlieben ab. Wichtiger als die Bauweise ist die Qualität der Ausführung und der Baubeschreibung. Vergleichen Sie Angebote immer auf derselben Basis: mit oder ohne Keller und Bodenplatte, gleicher Energiestandard, gleiche Ausstattung.
Energiestandard und Heizung
Der Energiestandard bestimmt die laufenden Kosten und den Zugang zu Förderkrediten. Für KfW-Kredite im Neubau ist mindestens ein Effizienzhaus 40 mit Nachhaltigkeitsanforderungen nötig, eine Öl- oder Gasheizung ist ausgeschlossen. In der Praxis heizen die meisten neuen Einfamilienhäuser deshalb mit einer Wärmepumpe, oft kombiniert mit Fußbodenheizung und Photovoltaik. Die Mehrkosten für Haustechnik sind hoch, senken aber die Heizkosten über viele Jahre.
Welche Regeln gelten für Genehmigung und Energiestandard?
Für fast jeden Hausbau brauchen Sie eine Baugenehmigung oder ein vereinfachtes Verfahren nach der Bauordnung Ihres Bundeslandes. Das Haus muss zum Bebauungsplan passen und die Abstandsflächen einhalten. Energetisch gilt seit dem 29. Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz, das das Gebäudeenergiegesetz abgelöst hat. Für Neubauten bleibt eine Obergrenze beim Primärenergiebedarf: höchstens 55 Prozent eines Referenzgebäudes.
Baugenehmigung und Bebauungsplan
Die Regeln für den Bauantrag stehen in den Landesbauordnungen. Liegt Ihr Grundstück im Geltungsbereich eines Bebauungsplans und halten Sie dessen Vorgaben ein, reicht in vielen Ländern ein vereinfachtes Verfahren oder eine Genehmigungsfreistellung. Den Antrag stellt ein bauvorlageberechtigter Planer, meist Architekt oder Bauingenieur. Wie lange die Behörden in den einzelnen Bundesländern brauchen, zeigt unser Ressort Recht & Förderung.
Die Musterbauordnung sieht Abstandsflächen von 0,4 der Wandhöhe vor, mindestens aber 3 Meter. Für kleinere Wohnhäuser mit höchstens drei oberirdischen Geschossen genügen 3 Meter. Die Länder weichen davon zum Teil ab, maßgeblich ist immer die Bauordnung Ihres Bundeslandes.
Bau-Turbo: Ausnahmen für den Wohnungsbau
Seit dem 30. Oktober 2025 gilt der sogenannte Bau-Turbo, geregelt in Paragraf 246e des Baugesetzbuchs. Er erlaubt es Behörden, mit Zustimmung der Gemeinde von den Vorgaben des Baugesetzbuchs abzuweichen, wenn dadurch Wohnraum entsteht. Die Regel ist bis Ende 2030 befristet. Äußert sich die Gemeinde nicht innerhalb von drei Monaten, gilt ihre Zustimmung als erteilt. Für Einzelbauherren kann das helfen, wenn ein Bebauungsplan ein Vorhaben bisher verhindert.
Gebäudemodernisierungsgesetz
Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist am 29. Juli 2026 in Kraft getreten. Die bisherige Pflicht, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, wurde durch eine Liste zulässiger Heizungsarten ersetzt. Wer eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen.
| Ab | Mindestanteil Bio-Brennstoff oder Wasserstoff bei neuer Gas- oder Ölheizung |
|---|---|
| 1. Januar 2029 | 10 % |
| 1. Januar 2030 | 15 % |
| 1. Januar 2035 | 30 % |
| 1. Januar 2040 | 60 % |
Für Bauherren bedeutet das: Eine Gasheizung ist im Neubau rechtlich wieder möglich, sie schließt aber KfW-Förderkredite aus und wird durch die Brennstoffquoten und den CO2-Preis über die Jahre teurer. Nach den Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie sollen ab 2030 alle Neubauten Nullemissionsgebäude sein.
Worauf kommt es beim Bauvertrag an?
Der Bauvertrag ist das wichtigste Dokument des ganzen Projekts. Baut ein Unternehmen für Sie als Privatperson ein neues Haus, gilt das Recht des Verbraucherbauvertrags im Bürgerlichen Gesetzbuch. Es verpflichtet den Unternehmer zu einer genauen Baubeschreibung, gibt Ihnen ein Widerrufsrecht von 14 Tagen und begrenzt die Abschlagszahlungen auf 90 Prozent des Preises. Lassen Sie den Vertrag vor der Unterschrift prüfen.
Ihre Rechte im Überblick
Die wichtigsten Schutzregeln für Verbraucher stehen in den Paragrafen 650i bis 650n BGB. Sie gelten für den Bau eines neuen Gebäudes und für erhebliche Umbauten. Der Vertrag muss mindestens in Textform geschlossen werden. Wurde der Vertrag notariell beurkundet, wie beim Kauf vom Bauträger, entfällt das Widerrufsrecht.
| Regel | Inhalt | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Baubeschreibung | Unternehmer muss Leistungen und Bauzeit vorab beschreiben | § 650j BGB |
| Widerrufsrecht | 14 Tage, ohne Belehrung höchstens 12 Monate und 14 Tage | § 650l, § 356e BGB |
| Abschlagszahlungen | höchstens 90 % der Gesamtvergütung | § 650m BGB |
| Sicherheit für den Bauherrn | 5 % der Vergütung mit der ersten Abschlagszahlung | § 650m BGB |
| Gewährleistung | 5 Jahre ab Abnahme für ein Bauwerk | § 634a BGB |
Typische Fallstricke
Viele Streitfälle entstehen nicht am Bau, sondern im Vertrag. Achten Sie besonders auf diese Punkte:
- Unklare Baubeschreibung: Fehlen Angaben zu Bodenplatte, Hausanschlüssen, Malerarbeiten oder Bodenbelägen, drohen Nachträge.
- Preisgleitklauseln: Prüfen Sie, ob und wie der Preis bei steigenden Materialkosten angepasst werden darf.
- Fester Fertigstellungstermin: Ohne verbindlichen Termin können Sie bei Verzögerungen kaum Ansprüche geltend machen.
- Zahlungsplan: Zahlen Sie nur für erbrachte Leistungen und nie mehr, als der Baufortschritt rechtfertigt.
- Abnahme: Ziehen Sie zur Abnahme einen unabhängigen Sachverständigen hinzu und lassen Sie Mängel schriftlich festhalten.
Ein unabhängiger Bausachverständiger kostet Geld, spart aber oft ein Vielfaches. Er begleitet wichtige Bauphasen wie Bodenplatte, Rohbau und Dach und erkennt Mängel, bevor sie verdeckt werden.
Wie läuft ein Hausbau Schritt für Schritt ab?
Ein Hausbau dauert von der ersten Idee bis zum Einzug meist zwei bis drei Jahre. Allein zwischen Baugenehmigung und Fertigstellung vergingen 2025 im Bundesschnitt 27 Monate. Davor liegen Grundstückssuche, Finanzierung, Planung und Genehmigung. Wer die Reihenfolge einhält und jede Phase sauber abschließt, vermeidet teure Fehler. Die folgende Liste zeigt den typischen Ablauf für ein Einfamilienhaus.
- Budget klären: Eigenkapital, Kreditrahmen und tragbare Monatsrate mit Bank oder unabhängiger Beratung ermitteln.
- Grundstück finden: Bebauungsplan, Baugrund, Erschließung und Lage prüfen, Grunderwerbsteuer und Notar einplanen.
- Bauweise und Anbieter wählen: Architekt, Generalunternehmer, Fertighausanbieter oder Bauträger vergleichen.
- Finanzierung abschließen: Darlehen und KfW-Kredit beantragen, bevor der Bauvertrag unterschrieben wird.
- Planung und Bauantrag: Entwurf, Statik und Energienachweis erstellen, Bauantrag einreichen.
- Bauvertrag unterschreiben: Baubeschreibung, Zahlungsplan und Termine prüfen lassen.
- Bauphase begleiten: Bodenplatte oder Keller, Rohbau, Dach, Fenster, Haustechnik und Innenausbau kontrollieren.
- Abnahme und Einzug: Mängel protokollieren, Gewährleistung und Unterlagen sichern.
Das Grundstück richtig prüfen
Das Grundstück entscheidet über vieles, was später nicht mehr zu ändern ist. Lesen Sie vor dem Kauf den Bebauungsplan: Er legt fest, wie groß, wie hoch und in welcher Form Sie bauen dürfen, oft auch Dachform und Firstrichtung. Fragen Sie bei der Gemeinde, ob das Grundstück erschlossen ist und ob noch Erschließungsbeiträge anfallen. Ein Blick ins Baulastenverzeichnis zeigt, ob Nachbarn Rechte am Grundstück haben, etwa ein Wegerecht.
Ebenso wichtig ist der Baugrund. Lehm, Fels, aufgeschüttete Böden oder hohes Grundwasser verteuern die Gründung deutlich. Ein Bodengutachten kostet laut VPB 400 bis 2.500 Euro und ist damit eine der günstigsten Versicherungen gegen böse Überraschungen. Lassen Sie es möglichst vor dem Grundstückskauf erstellen.
Versicherungen in der Bauphase
Während der Bauzeit tragen Sie als Bauherr besondere Risiken. Drei Versicherungen sind dabei üblich:
- Bauherren-Haftpflicht: Sie schützt, wenn Dritte auf Ihrer Baustelle zu Schaden kommen, etwa durch herabfallendes Material.
- Bauleistungsversicherung: Sie zahlt bei Schäden am entstehenden Bau durch Unwetter, Vandalismus oder unvorhersehbare Ereignisse.
- Feuerrohbauversicherung: Sie deckt Brandschäden am Rohbau und geht später oft beitragsfrei in die Wohngebäudeversicherung über.
Der VPB beziffert die Kosten für Bauversicherungen auf 500 bis 1.000 Euro. Klären Sie mit Ihrem Bauunternehmen, welche Versicherungen es selbst abgeschlossen hat und welche Sie benötigen.
Zeitplan realistisch planen
Die längsten Phasen sind oft nicht der Bau selbst, sondern Planung und Genehmigung. Ein Fertighaus steht nach der Montage schnell, doch die Werksplanung beginnt Monate vorher. Beim Massivhaus braucht der Rohbau Zeit zum Austrocknen. Rechnen Sie außerdem mit Lieferzeiten für Fenster, Wärmepumpe und Elektrotechnik.
Weiter informieren
Vertiefende Beiträge zu Kosten, Heizung und Finanzierung finden Sie im Ressort Hausbau & Ratgeber. Wer statt neu zu bauen ein bestehendes Haus kauft, findet Marktdaten im Ressort Immobilien & Wohnen. Alle Angaben entsprechen dem Stand Oktober 2026. Dieser Ratgeber wird monatlich aktualisiert.
Häufige Fragen
Was kostet ein Einfamilienhaus 2026?
Die reinen Baukosten liegen oft bei 2.600 bis 3.000 Euro je Quadratmeter. Ein Haus mit 140 Quadratmetern kostet damit rund 366.000 bis 420.000 Euro, ohne Grundstück und Nebenkosten.
Wie hoch sind die Baunebenkosten?
Der Verband Privater Bauherren rechnet mit 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten. Dazu gehören Notar, Vermessung, Genehmigung, Hausanschlüsse, Gutachten und Versicherungen.
Wie hoch sind die Bauzinsen im Herbst 2026?
Für Kredite mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung lag der Durchschnitt laut Bundesbank im August 2026 bei 4,04 Prozent. Anfang Oktober lagen zehnjährige Zinsen laut Baufi24 um 4,5 Prozent.
Welche KfW-Förderung gibt es für den Neubau?
Das Programm 297/298 bietet bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel 150.000 Euro. Familien erhalten über das Programm 300 je nach Kinderzahl bis zu 270.000 Euro.
Darf ich im Neubau noch eine Gasheizung einbauen?
Ja, seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz vom 29. Juli 2026 ist das wieder möglich. Ab 2029 muss die Heizung aber steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen, und KfW-Kredite sind ausgeschlossen.
Wie lange dauert ein Hausbau?
Zwischen Baugenehmigung und Fertigstellung vergingen 2025 im Schnitt 27 Monate. Mit Grundstückssuche und Planung sollten Sie zwei bis drei Jahre einplanen.
Kann ich einen Bauvertrag widerrufen?
Bei einem Verbraucherbauvertrag haben Sie 14 Tage Widerrufsrecht. Wurde der Vertrag notariell beurkundet, etwa beim Bauträger, gibt es kein Widerrufsrecht.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?
Sie liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 Prozent in Bayern und 6,5 Prozent in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein.
Quellen
- Baugenehmigungen für Wohnungen im Juli 2026
- 18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025
- Baupreisindizes: Wohngebäude
- Zahl der Baugenehmigungen im Jahr 2025 deutlich gestiegen
- Wohnungsbaukredite an private Haushalte: Effektivzinssätze
- Zinskommentar 10/2026
- Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (297, 298)
- Wohneigentum für Familien (300)
- Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb (308)
- Baunebenkosten beim Neubau
- Immobilienfinanzierung: So berechnen Sie, was Sie sich leisten können
- Grunderwerbsteuer: Länder nehmen Rekordsummen ein
- Gute Baugenehmigungszahlen für Fertighäuser
- Fertigbau kommt schneller aus der Baukrise
- Neubau Wohngebäude: Anforderungen nach GModG
- Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gebäudemodernisierungsgesetz
- § 246e BauGB Befristete Sonderregelung für den Wohnungsbau
- § 650m BGB Abschlagszahlungen; Absicherung des Vergütungsanspruchs
- § 634a BGB Verjährung der Mängelansprüche
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