- Leichtes Heizöl war im August 2026 laut Statistischem Bundesamt 49,6 % teurer als ein Jahr zuvor, Erdgas 2,9 % und Strom 5,5 % günstiger.
- Im Einfamilienhaus mit 130 m² rechnet der Heizspiegel 2026 mit 2.745 Euro für Öl, 1.930 Euro für Gas und 1.300 Euro für die Wärmepumpe.
- Mit Öl steigen die Heizkosten 2026 um 24 bis 28 %, mit Gas sinken sie um 4 bis 5 %.
- Die Wärmepumpe bleibt die günstigste Heizung im laufenden Betrieb, vor allem mit Wärmepumpentarif.
- Rund 90 % der Haushalte könnten sparen, im Einfamilienhaus im Schnitt etwa 1.000 Euro pro Jahr.
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Welche Heizung ist im Winter 2026/27 am günstigsten?
Im Winter 2026/27 heizen Haushalte mit einer Wärmepumpe im laufenden Betrieb am günstigsten, Ölheizungen sind am teuersten. Für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern erwartet der Heizspiegel 2026 Kosten von rund 1.300 Euro mit Wärmepumpe, 1.930 Euro mit Erdgas und 2.745 Euro mit Heizöl. Grund für den Abstand ist vor allem der starke Anstieg der Heizölpreise seit dem Frühjahr.
Die Zahlen stammen aus dem Heizspiegel der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online, der Ende September erschienen ist. Er beschreibt typische Kosten für das Abrechnungsjahr 2026 in einem Mehrfamilienhaus mit 70 Quadratmetern Wohnfläche und einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern. Die Veränderung bezieht sich auf das Abrechnungsjahr 2025.
| Heizungsart | Wohnung 70 m², 2026 | Veränderung | Einfamilienhaus 130 m², 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Erdgas | 1.120 Euro | −4 % | 1.930 Euro | −5 % |
| Heizöl | 1.275 Euro | +24 % | 2.745 Euro | +28 % |
| Fernwärme | 1.310 Euro | +1 % | 2.055 Euro | +1 % |
| Holzpellets | 860 Euro | +17 % | 1.740 Euro | +23 % |
| Wärmepumpe | 735 Euro | +3 % | 1.300 Euro | +3 % |
Auffällig ist der Sprung bei Heizöl und Pellets. Beide Brennstoffe galten lange als preisstabil, haben sich 2026 aber deutlich verteuert. Gas wird dagegen etwas günstiger, unter anderem weil die Gasspeicherumlage weggefallen ist. Wer im Bestand die Heizung erneuern will, findet Kosten und Förderung im Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.
Warum ist Heizöl so viel teurer geworden?
Heizöl hat sich 2026 so stark verteuert wie kein anderer Energieträger für Haushalte. Im August 2026 lag der Preis für leichtes Heizöl laut Statistischem Bundesamt 49,6 Prozent über dem Vorjahresmonat. Haushaltsenergie insgesamt wurde dagegen um 0,7 Prozent billiger, weil Strom 5,5 Prozent, Erdgas 2,9 Prozent und Fernwärme 1,0 Prozent weniger kosteten als ein Jahr zuvor.
| Energieträger | Veränderung August 2026 zum Vorjahresmonat |
|---|---|
| Leichtes Heizöl | +49,6 % |
| Kraftstoffe | +27,7 % |
| Energie insgesamt | +10,5 % |
| Haushaltsenergie | −0,7 % |
| Fernwärme | −1,0 % |
| Erdgas einschließlich Betriebskosten | −2,9 % |
| Strom | −5,5 % |
Im September hat sich der Auftrieb noch verstärkt. Nach der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts stiegen die Energiepreise insgesamt um 14,9 Prozent zum Vorjahresmonat, die Inflationsrate erreichte 3,3 Prozent. In Hessen meldete das Statistische Landesamt für Heizöl ein Plus von 80,7 Prozent zum Vorjahr und von 19,6 Prozent allein gegenüber August. Hintergrund sind die Spannungen im Nahen Osten und am Persischen Golf, die Rohöl und Mineralölprodukte verteuern.
Für Ölkunden ist deshalb der Kaufzeitpunkt entscheidend. Wer seinen Tank im Frühjahr gefüllt hat, heizt diesen Winter deutlich günstiger als jemand, der jetzt nachkaufen muss. Der Heizspiegel bildet nur einen Jahresdurchschnitt ab, die tatsächlichen Kosten hängen beim Öl stark vom Einkaufsdatum ab.
Was kostet Heizen im Modellhaus mit 20.000 Kilowattstunden?
Eine Modellrechnung des Fachmagazins Cleanthinking mit Preisen vom Spätsommer 2026 bestätigt das Bild des Heizspiegels. Für ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf kostet Heizen mit Öl rund 3.120 Euro im Jahr, mit Gas rund 2.770 Euro. Eine Wärmepumpe kommt je nach Effizienz und Stromtarif auf 1.610 bis 2.470 Euro.
| Heizung im Modellhaus (20.000 kWh Wärmebedarf) | Annahme | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Heizöl | 14,06 ct/kWh, Kessel 90 % | rund 3.120 Euro |
| Fernwärme | 15,6 ct/kWh im Mittel | rund 3.120 Euro |
| Erdgas | 12,45 ct/kWh, Kessel 90 % | rund 2.770 Euro |
| Wärmepumpe mit Haushaltsstrom | 37,0 ct/kWh, Jahresarbeitszahl 3,0 | rund 2.470 Euro |
| Wärmepumpe mit Wärmepumpentarif | 27,44 ct/kWh, Jahresarbeitszahl 3,4 | rund 1.610 Euro |
Die Tabelle zeigt, wie stark Tarif und Effizienz bei der Wärmepumpe zählen. Mit normalem Haushaltsstrom und einer mäßigen Jahresarbeitszahl von 3,0 schrumpft der Vorteil gegenüber Gas auf rund 300 Euro. Mit einem günstigeren Wärmepumpentarif und guter Effizienz spart der Haushalt dagegen über 1.100 Euro im Jahr. Wer eine Wärmepumpe betreibt, sollte deshalb Stromtarife vergleichen und die Effizienz der Anlage regelmäßig prüfen lassen.
Wie entwickeln sich die Heizkosten nach 2026?
Langfristig dürften fossile Heizungen weiter teurer werden. co2online erwartet, dass sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln können, weil CO2-Preis und Netzentgelte steigen und Brennstoffe schrittweise Bioanteile enthalten müssen. Bei der Wärmepumpe sollen die Kosten deutlich langsamer steigen und dauerhaft am niedrigsten bleiben.
Kurzfristig ist der CO2-Preis ein wichtiger Faktor. Für 2026 gilt in Deutschland ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2. Der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr soll nach aktuellem Stand erst 2028 starten. Nach der Modellrechnung von Cleanthinking verteuert jeder zusätzliche Zehner pro Tonne die Heizkosten im Modellhaus um rund 48 Euro mit Gas und rund 70 Euro mit Öl.
Was können Haushalte jetzt tun?
Die meisten Haushalte können ihre Heizkosten senken, auch ohne neue Heizung. Laut Heizspiegel haben rund 90 Prozent der Haushalte Sparpotenzial, in einer Wohnung im Schnitt etwa 465 Euro und im Einfamilienhaus rund 1.000 Euro pro Jahr. Schon richtiges Heizen und Lüften kann den Verbrauch um bis zu 10 Prozent senken. Größere Einsparungen bringen Dämmung und Heizungstausch.
- Verbrauch prüfen: Vergleichen Sie Ihre letzte Heizkostenabrechnung mit dem Heizspiegel; liegen Sie deutlich darüber, lohnt eine Energieberatung.
- Heizung einstellen lassen: Ein hydraulischer Abgleich und eine angepasste Heizkurve senken den Verbrauch bei Gas, Öl und Wärmepumpe.
- Öl klug kaufen: Füllen Sie den Tank nicht im Preishoch vollständig auf, wenn der Vorrat noch reicht, und vergleichen Sie Angebote mehrerer Händler.
- Stromtarif vergleichen: Für Wärmepumpen gibt es spezielle Tarife, die den Betrieb deutlich günstiger machen.
- Förderung nutzen: Für den Umstieg auf eine Wärmepumpe zahlt die KfW Zuschüsse; prüfen Sie die aktuellen Fördersätze vor der Auftragsvergabe, denn der Antrag muss vorher gestellt werden.
Wer ohnehin eine neue Heizung plant oder ein Haus baut, sollte die Betriebskosten über 20 Jahre betrachten und nicht nur den Anschaffungspreis. Mehr zum Thema Neubau und Haustechnik finden Sie im Ressort Hausbau & Ratgeber, Förderprogramme für die Sanierung unter Energie & Sanierung. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand Oktober 2026.
Häufige Fragen
Was kostet Heizen mit Öl 2026?
Laut Heizspiegel 2026 rund 1.275 Euro in einer 70-Quadratmeter-Wohnung und 2.745 Euro in einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern, 24 bis 28 Prozent mehr als 2025.
Ist Gas 2026 billiger geworden?
Ja, leicht. Die Heizkosten mit Erdgas sinken 2026 um 4 bis 5 Prozent, im August lag der Gaspreis für Haushalte 2,9 Prozent unter dem Vorjahr.
Ist die Wärmepumpe wirklich günstiger als Gas?
Im laufenden Betrieb ja. Im Einfamilienhaus rechnet der Heizspiegel mit 1.300 Euro gegenüber 1.930 Euro für Gas; der Vorteil hängt stark von Stromtarif und Effizienz ab.
Warum ist Heizöl so teuer?
Die Spannungen im Nahen Osten haben Rohöl und Mineralölprodukte verteuert. Im August 2026 kostete leichtes Heizöl 49,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Quellen
- Heizen wird teurer: Neuer Heizspiegel zeigt Sparpotenziale von bis zu 1.000 Euro pro Jahr
- Inflationsrate im August 2026 bei +2,9 %
- Inflationsrate im September 2026 voraussichtlich +3,3 %
- Heizöl- und Benzinpreise treiben Inflation auf höchsten Stand seit Ende 2023
- Heizkosten Vergleich 2026/27: Gas, Öl, Wärmepumpe
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