Wärmepumpe im Altbau: Kosten 2026 und bis zu 80 % Förderung

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Schnitt rund 36.400 Euro. So viel zahlt die KfW seit Juli 2026 dazu und so viel bleibt Eigentümern im Altbau.

Historische Fachwerkhäuser mit hellen Fassaden in einer deutschen Altstadt
Foto: Lana Kravchenko / Pexels
Kurz & knappStand Oktober 2026
  • Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostete in 160 geprüften Angeboten im Schnitt rund 36.400 Euro vor Förderung.
  • Die Spanne reichte von 21.099 bis 54.168 Euro, ein Preisvergleich lohnt sich also.
  • Die KfW fördert seit 21. Juli 2026 mit 30 % Grundförderung plus Boni, maximal 80 %.
  • Gefördert werden höchstens 28.000 Euro Kosten, der Zuschuss liegt damit bei maximal 22.400 Euro.
  • Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % sinkt ab Februar 2027 schrittweise.
Inhalt · 7 Abschnitte
  1. Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?
  2. Welche Kosten stecken in einem Wärmepumpen-Angebot?
  3. Wie hoch ist die Förderung für Wärmepumpen 2026?
  4. Was zahlen Eigentümer nach Abzug der Förderung?
  5. Welche Wärmepumpe passt in den Altbau?
  6. Eignet sich jeder Altbau für eine Wärmepumpe?
  7. Wie gehen Eigentümer beim Heizungstausch am besten vor?

Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Einbau im Durchschnitt rund 36.400 Euro vor Förderung. Das zeigt eine Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, die 160 echte Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser geprüft hat. Die Preise lagen zwischen 21.099 und 54.168 Euro. Für den einzelnen Altbau entscheidet vor allem der Umfang der Arbeiten über den Endpreis.

Die Angebote stammen aus dem Zeitraum von September 2025 bis April 2026. Gegenüber der ersten Auswertung aus dem Vorjahr ist das Preisniveau insgesamt stabil geblieben. Auffällig ist die große Spanne: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot liegen mehr als 33.000 Euro. Ein Teil der Unterschiede erklärt sich durch Leistungen, die in manchen Angeboten enthalten sind und in anderen fehlen.

Im Altbau kommen häufig Zusatzkosten hinzu, die im Neubau entfallen. Dazu gehören ein neuer Zählerschrank, der Austausch einzelner Heizkörper, ein neues Fundament für das Außengerät oder der Rückbau des alten Öltanks. Wie stark Handwerksleistungen zuletzt teurer geworden sind, zeigen unsere aktuellen Baustoffpreise: Heizanlagen und zentrale Wassererwärmung kosteten im Mai 2026 rund 5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Welche Kosten stecken in einem Wärmepumpen-Angebot?

Ein vollständiges Angebot umfasst neben dem Gerät die Montage, das Fundament, die Elektroinstallation, die Warmwasserbereitung und den hydraulischen Abgleich. Genau hier liegt das größte Risiko: Laut Verbraucherzentrale enthalten viele Angebote nicht alle Posten. Rund 90 Prozent der geprüften Angebote nannten kein Messkonzept, nur etwa ein Drittel erwähnte den oft teuren Umbau des Zählerschranks.

Positiv ist, dass Fundament, Elektroinstallation und hydraulischer Abgleich inzwischen häufiger enthalten sind als in der ersten Auswertung. Rund 80 Prozent der Angebote führten Elektroarbeiten auf. Trotzdem bleiben gerade diese Positionen am häufigsten unklar. Prüfen Sie jedes Angebot deshalb auf die folgenden Punkte:

  1. Wärmepumpe mit Leistungsangabe und Jahresarbeitszahl
  2. Montage, Inbetriebnahme und Fundament für das Außengerät
  3. Elektroinstallation einschließlich Zählerschrank und Messkonzept
  4. Warmwasserspeicher und gegebenenfalls Pufferspeicher
  5. Hydraulischer Abgleich und Anpassung oder Austausch einzelner Heizkörper
  6. Demontage und Entsorgung der alten Heizung
  7. Hilfe beim Förderantrag sowie Wartungskosten und Zahlungsbedingungen

Fehlt einer dieser Punkte, sollten Sie nachfragen, bevor Sie Angebote miteinander vergleichen. Ein günstiges Angebot ohne Zählerschrank kann am Ende teurer sein als ein vollständiges. Lassen Sie sich fehlende Positionen schriftlich nachreichen, damit alle Angebote auf derselben Grundlage verglichen werden können.

Wie hoch ist die Förderung für Wärmepumpen 2026?

Die KfW fördert den Heizungstausch über das Programm 458 mit mindestens 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Selbstnutzende Eigentümer können Boni für den schnellen Austausch einer alten fossilen Heizung und für ein niedriges Haushaltseinkommen erhalten. Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Einkommensstufen, der Zuschuss kann bis zu 80 Prozent erreichen.

Baustein Fördersatz Voraussetzung
Grundförderung 30 % alle Antragsteller
Klimageschwindigkeitsbonus 16 % Selbstnutzer, Austausch von Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder mindestens 20 Jahre alter Gasheizung
Einkommensbonus 40 % zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro
Einkommensbonus 30 % bis 40.000 Euro
Einkommensbonus 10 % bis 50.000 Euro
Höchstsatz 70 % selbstnutzende Eigentümer
Höchstsatz 80 % niedrigste Einkommensstufe

Förderfähig sind im Einfamilienhaus höchstens 28.000 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern kommen für die zweite bis sechste Wohneinheit je 15.000 Euro hinzu, ab der siebten je 8.000 Euro. Haushalte mit minderjährigen Kindern erhalten bei den Einkommensgrenzen einen Aufschlag von 10.000 Euro. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt ab August 2028.

Für Eigentümer mit einer alten Öl- oder Gasheizung heißt das: Wer den Tausch ohnehin plant, erhält bis Ende Januar 2027 den vollen Bonus. Danach wird der Zuschuss bei gleichen Kosten mit jedem Halbjahr kleiner. Vermieter erhalten die Grundförderung, die beiden Boni gelten dagegen nur für Eigentümer, die selbst im Haus wohnen. Auch Wohnungseigentümergemeinschaften können Anträge für gemeinsame Heizungsanlagen stellen.

Was zahlen Eigentümer nach Abzug der Förderung?

Wie viel am Ende bleibt, hängt vom Fördersatz und von den tatsächlichen Kosten ab. Weil die KfW höchstens 28.000 Euro berücksichtigt, liegt der Zuschuss bei maximal 22.400 Euro. Bei einem durchschnittlichen Angebot von 36.400 Euro bleiben selbst im günstigsten Fall rund 14.000 Euro Eigenanteil, ohne Bonus sind es rund 28.000 Euro.

Fördersatz Zuschuss (bei 28.000 Euro förderfähig) Eigenanteil bei 36.400 Euro Kosten
30 % Grundförderung 8.400 Euro 28.000 Euro
46 % mit Klimageschwindigkeitsbonus 12.880 Euro 23.520 Euro
70 % Höchstsatz Selbstnutzer 19.600 Euro 16.800 Euro
80 % niedrigste Einkommensstufe 22.400 Euro 14.000 Euro

Die Beispiele sind vereinfacht. In der Praxis zählen nur förderfähige Kosten, und günstigere Angebote verändern die Rechnung. Liegen die Kosten unter 28.000 Euro, wird der Fördersatz auf den tatsächlichen Betrag angewendet. Hinzu kommen laufende Kosten für Strom und Wartung, die Verbraucherzentrale nennt für die Wartung rund 150 bis 300 Euro im Jahr.

Welche Wärmepumpe passt in den Altbau?

Im Altbau wird meist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eingebaut, weil sie ohne Erdarbeiten auskommt und das Außengerät auf einem kleinen Fundament neben dem Haus steht. Erd- und Grundwasserwärmepumpen arbeiten effizienter, sind aber wegen Bohrung oder Brunnen deutlich aufwendiger und brauchen eine behördliche Genehmigung. Für viele Bestandsgebäude ist die Luft-Wasser-Variante deshalb der praktikabelste Weg.

Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe sollten Sie früh den Aufstellort klären. Das Außengerät erzeugt Betriebsgeräusche, deshalb gelten Abstandsregeln zum Nachbargrundstück, und ein Standort vor dem Schlafzimmerfenster des Nachbarn führt schnell zu Ärger. Achten Sie im Angebot auf die Schallleistung des Geräts und lassen Sie sich den geplanten Standort zeigen. Innen braucht die Anlage Platz für Warmwasserspeicher und gegebenenfalls einen Pufferspeicher, oft dort, wo vorher der Heizkessel oder der Öltank stand.

Eine Erdwärmepumpe kann sich lohnen, wenn das Grundstück groß genug ist und ohnehin Erdarbeiten anstehen. Sie nutzt die über das Jahr gleichmäßigere Temperatur im Boden und braucht im Winter weniger Strom. Die höheren Kosten für die Bohrung sind ebenfalls förderfähig, allerdings innerhalb derselben Obergrenze von 28.000 Euro im Einfamilienhaus.

Eignet sich jeder Altbau für eine Wärmepumpe?

Viele Altbauten lassen sich mit einer Wärmepumpe beheizen, aber nicht jeder ohne Vorarbeiten. Entscheidend ist, mit welcher Vorlauftemperatur das Haus an kalten Tagen warm wird. Je niedriger diese Temperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Oft reichen der Austausch einzelner Heizkörper und ein hydraulischer Abgleich, eine Komplettsanierung ist nicht zwingend nötig.

Ein einfacher Test: Stellen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung im Winter probeweise niedriger ein und beobachten Sie, ob alle Räume warm werden. Bleiben einzelne Zimmer kühl, sind dort meist die Heizkörper zu klein. Eine Energieberatung klärt verlässlich, welche Maßnahmen sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge. Undichte Fenster oder ein ungedämmtes Dach erhöhen den Wärmebedarf und damit die nötige Leistung der Wärmepumpe. Eine zu groß ausgelegte Anlage kostet mehr in der Anschaffung und läuft ineffizient, eine zu kleine schafft die kältesten Tage nicht. Eine Heizlastberechnung für jeden Raum ist deshalb die solide Grundlage für jedes Angebot und sollte im Angebot ausdrücklich enthalten sein.

Wie gehen Eigentümer beim Heizungstausch am besten vor?

Am sichersten ist eine feste Reihenfolge: zuerst den Wärmebedarf des Hauses klären, dann mehrere vollständige Angebote einholen und vergleichen, anschließend die Förderung beantragen und erst danach den Auftrag endgültig vergeben. So vermeiden Sie, dass fehlende Leistungen erst auf der Rechnung auftauchen oder ein Förderanspruch verloren geht.

Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie diese Position für Position anhand der Liste oben. Die Verbraucherzentralen bieten einen Angebotscheck für Wärmepumpen an. Achten Sie bei der Förderung darauf, die Bedingungen der KfW vor Vertragsschluss genau zu lesen, denn sie legen fest, in welcher Reihenfolge Vertrag und Antrag erfolgen müssen. Alle Informationen gelten mit Stand Oktober 2026.

Weitere Ratgeber zu Heizung, Dämmung und Photovoltaik finden Sie im Ressort Energie & Sanierung, Neuigkeiten zu Förderprogrammen unter Recht & Förderung.

Häufige Fragen

Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?

Im Schnitt rund 36.400 Euro inklusive Einbau vor Förderung, laut einer Auswertung von 160 Angeboten durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Wie viel Förderung gibt es 2026 für eine Wärmepumpe?

Die KfW zahlt 30 Prozent Grundförderung plus Boni, für selbstnutzende Eigentümer bis 70 Prozent, in der niedrigsten Einkommensstufe bis 80 Prozent.

Wie hoch ist der maximale Zuschuss?

Im Einfamilienhaus sind höchstens 28.000 Euro förderfähig, der Zuschuss beträgt damit maximal 22.400 Euro.

Wie lange gibt es den Klimageschwindigkeitsbonus?

Er beträgt 16 Prozent, sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt ab August 2028.

Was fehlt in Wärmepumpen-Angeboten am häufigsten?

Das Messkonzept und der Umbau des Zählerschranks. Rund 90 Prozent der geprüften Angebote nannten kein Messkonzept.

Quellen

  1. Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458)KfW · abgerufen 04.10.2026
  2. Wärmepumpen-Angebote im Check: Große Preisunterschiede und versteckte Kosten bleibenVerbraucherzentrale Rheinland-Pfalz · abgerufen 04.10.2026
  3. Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026: +5,0 % gegenüber Mai 2025Statistisches Bundesamt · abgerufen 04.10.2026
  4. Wärmepumpen-Angebote im Check: Große Preisunterschiede und versteckte Kosten bleibenNachrichten KL · abgerufen 04.10.2026

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