Baugenehmigung Kosten: Was kostet der Bauantrag für ein Haus?

Eine Baugenehmigung für ein Einfamilienhaus kostet meist einige Hundert bis gut 1.000 Euro Gebühr. Dazu kommen Planung, Lageplan und Nachweise.

Lageplan eines geplanten Gebäudes mit weißem Maßstablineal auf dem Planungstisch
Foto: John Guccione / Pexels
Kurz & knappStand Oktober 2026
  • Die Gebühr für eine Baugenehmigung richtet sich nach den Baukosten und ist in jedem Bundesland anders geregelt.
  • In NRW kostet die Genehmigung eines Wohnhauses im vereinfachten Verfahren 6 Promille der Rohbausumme, mindestens 50 Euro.
  • Für ein Einfamilienhaus mit 750 Kubikmetern Rauminhalt sind das in NRW 2026 rund 840 Euro.
  • Bayern verlangt zwischen 1 und 4 Promille der Baukosten, die Gebühr fällt auch bei Ablehnung an.
  • Teurer als die Gebühr sind meist Planung, Lageplan und Nachweise, die für den Bauantrag nötig sind.
Inhalt · 5 Abschnitte
  1. Was kostet eine Baugenehmigung?
  2. Wie wird die Gebühr für die Baugenehmigung berechnet?
  3. Wie unterscheiden sich die Kosten nach Bundesland?
  4. Welche Nebenkosten kommen zum Bauantrag hinzu?
  5. Wie können Bauherren Kosten beim Bauantrag sparen?

Was kostet eine Baugenehmigung?

Die reine Gebühr für eine Baugenehmigung liegt bei einem Einfamilienhaus meist zwischen einigen Hundert und gut 1.000 Euro. Sie bemisst sich an den Baukosten und ist Landesrecht, deshalb gibt es keinen bundesweit einheitlichen Betrag. In Nordrhein-Westfalen werden für Wohnhäuser im vereinfachten Verfahren 6 Promille der Rohbausumme fällig, in Bayern 1 bis 4 Promille der Baukosten.

Zur Gebühr der Bauaufsicht kommen die Kosten, die Sie für einen genehmigungsfähigen Antrag aufbringen müssen: Bauzeichnungen und Genehmigungsplanung durch eine bauvorlageberechtigte Person, ein amtlicher Lageplan, Nachweise zu Standsicherheit, Wärmeschutz und Brandschutz. Diese Posten übersteigen die Behördengebühr in der Regel deutlich. Wer ein Haus baut, sollte die Baugenehmigung deshalb als Teil der Baunebenkosten kalkulieren und nicht nur die Gebühr ansetzen.

Kostenblock Wer stellt ihn in Rechnung? Wovon hängt er ab?
Genehmigungsgebühr Bauaufsichtsbehörde Rohbausumme oder Baukosten, Verfahrensart, Bundesland
Gebühren für Abweichungen und Befreiungen Bauaufsichtsbehörde Zahl der Abweichungen, Aufwand
Prüfung bautechnischer Nachweise Behörde oder Prüfingenieur Gebäudeart, Bundesland
Genehmigungsplanung Architekt oder Bauingenieur Honorarvereinbarung, Planungsumfang
Amtlicher Lageplan Vermessungsbüro Grundstück, Bundesland
Nachweise Statik, Wärmeschutz Fachplaner Gebäudegröße und Bauweise

Wie wird die Gebühr für die Baugenehmigung berechnet?

Die Gebühr ergibt sich in den meisten Ländern aus einem Promillesatz, der auf die Baukosten angewendet wird. In Nordrhein-Westfalen ist das die Rohbausumme: Brutto-Rauminhalt des Gebäudes in Kubikmetern mal einem landesweit festgelegten Rohbauwert je Kubikmeter. Für Wohngebäude beträgt dieser Wert seit dem 1. Januar 2026 genau 186 Euro. Die Summe wird auf volle 500 Euro aufgerundet.

Der Brutto-Rauminhalt wird nach DIN 277 ermittelt, also nach den äußeren Maßen des Gebäudes einschließlich Keller und Dach. Die tatsächlichen Baukosten spielen in NRW keine Rolle, maßgeblich ist der pauschale Rohbauwert, den das Bauministerium jedes Jahr anhand der Baupreisindizes fortschreibt. Das macht die Gebühr gut vorhersehbar.

Verfahren in NRW Gebühr Mindestgebühr
Vereinfachtes Verfahren (§ 64 BauO NRW), z. B. Wohnhaus 6 Promille der Rohbausumme 50 Euro
Vereinfachtes Verfahren für Sonderbauten 10 Promille der Rohbausumme 50 Euro
Baugenehmigungsverfahren für große Sonderbauten (§ 65 BauO NRW) 13 Promille der Rohbausumme 50 Euro
Verlängerung der Geltungsdauer 20 Prozent der Genehmigungsgebühr 50 Euro, höchstens 500 Euro

Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus in NRW

Ein freistehendes Einfamilienhaus mit rund 140 Quadratmetern Wohnfläche, zwei Geschossen und Satteldach kommt ohne Keller auf etwa 750 Kubikmeter Brutto-Rauminhalt. Mit Keller sind es leicht 950 Kubikmeter. Die Gebühr berechnet sich dann so:

  1. Brutto-Rauminhalt ermitteln: 750 Kubikmeter laut Bauvorlagen.
  2. Rohbausumme berechnen: 750 mal 186 Euro ergibt 139.500 Euro, bereits auf volle 500 Euro gerundet.
  3. Gebühr anwenden: 6 Promille von 139.500 Euro ergeben 837 Euro.
  4. Variante mit Keller: 950 mal 186 Euro sind 176.700 Euro, aufgerundet 177.000 Euro, die Gebühr beträgt dann 1.062 Euro.

Hinzu kommen gegebenenfalls Gebühren für Abweichungen, für die Prüfung bautechnischer Nachweise oder für Bauzustandsbesichtigungen. Die Rechnung gilt nur für Nordrhein-Westfalen, andere Länder rechnen mit anderen Grundlagen.

Wie unterscheiden sich die Kosten nach Bundesland?

Jedes Bundesland regelt die Gebühren in einer eigenen Gebühren- oder Kostenordnung, manche überlassen Teile den Kommunen. Die Spannen sind deshalb groß. Bayern erhebt für eine Baugenehmigung 1 bis 4 Promille der Baukosten, bezogen auf die gesamten Baukosten statt auf eine pauschale Rohbausumme. Nordrhein-Westfalen setzt dagegen 6 Promille einer standardisierten Rohbausumme an. Einen Pauschalpreis für ganz Deutschland gibt es nicht.

Land Bemessungsgrundlage Satz Beispiel
Nordrhein-Westfalen Rohbausumme (186 Euro je m³ Wohngebäude, 2026) 6 Promille im vereinfachten Verfahren 750 m³: 837 Euro
Bayern Baukosten 1 bis 4 Promille 400.000 Euro Baukosten: 400 bis 1.600 Euro

In Bayern hängt der konkrete Satz innerhalb der Spanne vom Verwaltungsaufwand ab. Für eine Nutzungsänderung ohne Bauarbeiten verlangen die bayerischen Behörden 40 bis 5.000 Euro. Wichtig: Auch wenn der Antrag abgelehnt oder zurückgenommen wird, fallen Gebühren an, wenn auch meist in geringerer Höhe. Welche Behörde in Ihrem Fall zuständig ist und welche Satzung gilt, erfahren Sie bei der unteren Bauaufsicht Ihres Kreises oder Ihrer Stadt.

Wie lange die Behörden für die Bearbeitung brauchen und welche Fristen in den Ländern gelten, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengestellt: Wie lange dauert eine Baugenehmigung?

Welche Nebenkosten kommen zum Bauantrag hinzu?

Der größte Kostenblock beim Bauantrag ist meist nicht die Gebühr, sondern die Planung. Bauvorlagen für ein Wohnhaus dürfen nur bauvorlageberechtigte Personen einreichen, also Architektinnen, Bauingenieure oder bei kleinen Wohngebäuden in manchen Ländern auch Meister und staatlich geprüfte Techniker. Nach der Honorarordnung entfallen auf die Genehmigungsplanung 3 Prozent des Architektenhonorars, auf Grundlagenermittlung, Vorplanung und Entwurf zusammen weitere 24 Prozent.

Die Prozentsätze der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure sind seit 2021 nicht mehr verbindlich, viele Büros orientieren sich aber weiter daran. Für einen vollständigen Bauantrag brauchen Sie außerdem einen Lageplan, bei Neubauten in vielen Ländern als amtlichen Lageplan vom Vermessungsbüro, eine Baubeschreibung, die Berechnung von Wohnfläche und Rauminhalt sowie die bautechnischen Nachweise.

Leistung Anteil oder Gebühr Quelle der Regel
Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung 2 + 7 + 15 Prozent des Architektenhonorars HOAI § 34
Genehmigungsplanung 3 Prozent des Architektenhonorars HOAI § 34
Abweichung oder Befreiung (NRW) 50 bis 5.000 Euro je Tatbestand Gebührentarif NRW
Anhörung von Nachbarn bei Abweichungen (NRW) 150 Euro je Nachbar Gebührentarif NRW
Vorbescheid (NRW) 50 Euro bis 100 Prozent der Genehmigungsgebühr Gebührentarif NRW
Verlängerung der Genehmigung (NRW) 20 Prozent, höchstens 500 Euro Gebührentarif NRW

Einen Vorbescheid beantragen Sie, wenn Sie vorab eine einzelne Frage klären wollen, etwa ob ein Haus mit zwei Vollgeschossen auf dem Grundstück zulässig ist. In NRW wird die Gebühr für den Vorbescheid zur Hälfte auf die spätere Genehmigungsgebühr angerechnet. Das lohnt sich vor allem, wenn Sie ein Grundstück noch nicht gekauft haben.

So kalkulieren Sie das Budget für den Bauantrag

Fragen Sie vor der Beauftragung bei der Bauaufsicht nach, welche Gebührenordnung gilt und ob Sie die Gebühr vorab grob berechnen lassen können. Lassen Sie sich vom Planungsbüro ein schriftliches Angebot geben, in dem Genehmigungsplanung, Lageplan, Statik und Wärmeschutznachweis einzeln aufgeführt sind. So sehen Sie, welche Leistungen enthalten sind und welche Fachplaner Sie zusätzlich beauftragen müssen. Planen Sie außerdem einen Puffer für Nachforderungen der Behörde ein, etwa für ergänzende Unterlagen oder eine geänderte Entwässerungsplanung. Die Gebühr selbst wird erst mit dem Bescheid fällig, die Planungsleistungen dagegen müssen Sie in der Regel unabhängig vom Ausgang des Verfahrens bezahlen.

Wie können Bauherren Kosten beim Bauantrag sparen?

Am meisten sparen Sie, wenn der Antrag vollständig ist und ohne Abweichungen auskommt. Jede Befreiung vom Bebauungsplan und jede Abweichung von der Landesbauordnung kostet in NRW bis zu 5.000 Euro zusätzlich und verlängert das Verfahren, weil oft Nachbarn angehört werden müssen. Wer früh mit der Bauaufsicht spricht und den Entwurf an den Bebauungsplan anpasst, vermeidet diese Kosten.

Ein zweiter Hebel ist das Verfahren selbst. In vielen Ländern sind Wohnhäuser im Geltungsbereich eines Bebauungsplans von der Genehmigung freigestellt, wenn sie dessen Festsetzungen einhalten. Dann entfällt die Genehmigungsgebühr weitgehend, die Planungskosten bleiben aber. Die Einzelheiten unterscheiden sich je Land, eine Übersicht gibt unser Ratgeber Recht & Förderung beim Bauen.

Typische Fehler, die teuer werden

Fehler Folge So vermeiden Sie ihn
Unvollständige Bauvorlagen Nachforderungen, längeres Verfahren Checkliste der Bauaufsicht abarbeiten
Entwurf weicht vom Bebauungsplan ab Gebühren für Befreiungen, Nachbaranhörung Festsetzungen vor dem Entwurf prüfen
Bauen ohne Genehmigung in NRW das Dreifache der Gebühr, im schlimmsten Fall Rückbau erst nach Zugang der Genehmigung beginnen
Genehmigung verfallen lassen neue Gebühr statt Verlängerung Verlängerung rechtzeitig beantragen
Gebühr mit Gesamtkosten verwechselt Lücke im Budget Planung, Lageplan und Nachweise einrechnen

Der teuerste Fehler ist der Schwarzbau: Wird ein Gebäude ohne Genehmigung errichtet und nachträglich genehmigt, verlangt Nordrhein-Westfalen das Dreifache der regulären Gebühr. Bei einem Einfamilienhaus wären das statt 837 Euro mehr als 2.500 Euro, zuzüglich weiterer Prüfgebühren. Können die Behörden das Vorhaben nicht genehmigen, droht der Abriss.

Stand dieses Ratgebers ist Oktober 2026. Die Rohbauwerte in NRW werden jährlich angepasst, die Beispielrechnung gilt für Anträge im Jahr 2026.

Häufige Fragen

Was kostet eine Baugenehmigung für ein Einfamilienhaus?

Die Behördengebühr liegt meist zwischen einigen Hundert und gut 1.000 Euro. In NRW sind es für ein Haus mit 750 Kubikmetern Rauminhalt 2026 rund 840 Euro, mit Keller gut 1.000 Euro.

Wie wird die Gebühr in NRW berechnet?

Der Brutto-Rauminhalt wird mit dem Rohbauwert von 186 Euro je Kubikmeter multipliziert und auf volle 500 Euro aufgerundet. Davon werden im vereinfachten Verfahren 6 Promille fällig.

Muss ich zahlen, wenn der Bauantrag abgelehnt wird?

Ja, auch bei Ablehnung oder Rücknahme erheben die Behörden eine Gebühr, meist jedoch in geringerer Höhe als für die Genehmigung.

Was kostet der Architekt für den Bauantrag?

Das Honorar wird frei vereinbart. Nach der Honorarordnung entfallen auf die Genehmigungsplanung 3 Prozent und auf die vorausgehenden Planungsphasen zusammen 24 Prozent des Gesamthonorars.

Was kostet die Verlängerung einer Baugenehmigung?

In NRW 20 Prozent der ursprünglichen Gebühr, mindestens 50 und höchstens 500 Euro. Die Verlängerung muss vor Ablauf der Geltungsdauer beantragt werden.

Quellen

  1. Allgemeiner Gebührentarif, Tarifstelle 3: Bau, Gebäude und Wohnen (Stand 25.04.2026)Land Nordrhein-Westfalen · abgerufen 11.10.2026
  2. Festlegung der Rohbauwerte und des Stundensatzes gemäß Tarifstellen 3.1.1.2 und 3.1.1.4 (MBl. NRW 2025 Nr. 163)Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW · abgerufen 11.10.2026
  3. Bauvorhaben; Beantragung einer BaugenehmigungBayernPortal (Freistaat Bayern) · abgerufen 11.10.2026
  4. § 34 HOAI Leistungsbild Gebäude und Innenräume, HonorareBundesministerium der Justiz · abgerufen 11.10.2026
  5. Kosten einer Baugenehmigung: Was kostet mich der Bauantrag?Verband Wohneigentum NRW · abgerufen 11.10.2026

Dieser Beitrag wurde von unserer KI-gestützten Redaktion erstellt und anhand der genannten Quellen geprüft. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.