Wohnimmobilienpreise im 2. Quartal 2026: nur noch 0,6 Prozent Plus

Wohnimmobilien kosteten im 2. Quartal 2026 nur 0,6 % mehr als vor einem Jahr. Wohnungen in Metropolen und auf dem Land werden billiger, Baupreise steigen.

Bunte Reihenhäuser in Fulda mit Schattenwurf an einem sonnigen Tag
Foto: Christina & Peter / Pexels
Kurz & knappStand Oktober 2026
  • Wohnimmobilien kosteten im 2. Quartal 2026 laut Statistischem Bundesamt 0,6 % mehr als ein Jahr zuvor und 0,3 % mehr als im Vorquartal.
  • Ein Jahr zuvor lag das Plus noch bei 3,3 %; der Preisanstieg hat sich damit Quartal für Quartal abgeschwächt.
  • Eigentumswohnungen in den sieben größten Metropolen wurden 0,4 % billiger, in anderen Großstädten 2,0 % teurer.
  • Neubauten verteuerten sich um 1,5 %, Bestandsimmobilien nur um 0,5 %.
  • Nach Abzug der Inflation von zuletzt rund 3 % sind Wohnimmobilien real billiger geworden.
Inhalt · 6 Abschnitte
  1. Wie haben sich die Wohnimmobilienpreise im 2. Quartal 2026 entwickelt?
  2. Wo steigen die Preise und wo fallen sie?
  3. Wie entwickeln sich Neubau und Bestand?
  4. Wie passen Immobilienpreise und Baukosten zusammen?
  5. Wie steht Deutschland im europäischen Vergleich?
  6. Was bedeuten die Zahlen für Käufer, Verkäufer und Bauherren?

Wie haben sich die Wohnimmobilienpreise im 2. Quartal 2026 entwickelt?

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im 2. Quartal 2026 kaum noch gestiegen. Nach dem Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts lagen sie im Durchschnitt 0,6 Prozent über dem Vorjahresquartal und 0,3 Prozent über dem 1. Quartal 2026. Damit hat sich der Anstieg seit Anfang 2025 von Quartal zu Quartal abgeschwächt. Im 2. Quartal 2025 hatte das Plus noch 3,3 Prozent betragen.

Der Häuserpreisindex beruht auf tatsächlichen Kaufpreisen, die die Gutachterausschüsse erfassen. Er umfasst Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser, neu gebaut und aus dem Bestand. Seit der jüngsten Umstellung verwendet das Statistische Bundesamt das Basisjahr 2025. Ein Indexwert von 100,6 bedeutet also, dass Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026 0,6 Prozent teurer waren als im Durchschnitt des Jahres 2025.

Quartal Häuserpreisindex (2025 = 100) Veränderung zum Vorjahresquartal
3. Quartal 2024 97,6 −0,2 %
4. Quartal 2024 97,7 +1,9 %
1. Quartal 2025 99,1 +3,8 %
2. Quartal 2025 100,0 +3,3 %
3. Quartal 2025 100,7 +3,2 %
4. Quartal 2025 100,2 +2,6 %
1. Quartal 2026 100,3 +1,2 %
2. Quartal 2026 100,6 +0,6 %

Die Reihe zeigt den Verlauf deutlich. Nach dem Preisrückgang 2023 und 2024 zogen die Preise Anfang 2025 kräftig an, mit fast 4 Prozent im 1. Quartal 2025. Seit dem Sommer 2025 tritt der Markt weitgehend auf der Stelle: Der Indexwert bewegt sich seit dem 3. Quartal 2025 nur noch zwischen 100,2 und 100,7. Für das 1. Quartal 2026 hat das Statistische Bundesamt den Anstieg außerdem von 1,4 auf 1,2 Prozent nach unten korrigiert, weil nachträgliche Meldungen eingingen.

In einem Satz: Der Aufschwung am Immobilienmarkt aus dem Jahr 2025 ist im ersten Halbjahr 2026 zum Stillstand gekommen.

Wo steigen die Preise und wo fallen sie?

Die Entwicklung unterscheidet sich stark nach Region und Objektart. In den sieben größten Metropolen wurden Eigentumswohnungen im Jahresvergleich 0,4 Prozent billiger, in den übrigen kreisfreien Großstädten dagegen 2,0 Prozent teurer. Auf dem Land gaben die Preise für Wohnungen nach, während Ein- und Zweifamilienhäuser dort gegenüber dem Vorquartal deutlich anzogen, in dicht besiedelten ländlichen Kreisen um 2,5 Prozent.

Das Statistische Bundesamt unterscheidet siedlungsstrukturelle Kreistypen. Zu den TOP-7-Metropolen zählen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf.

Kreistyp Wohnungen zum Vorjahr Wohnungen zum Vorquartal Häuser zum Vorjahr Häuser zum Vorquartal
TOP-7-Metropolen −0,4 % −0,5 % +0,7 % −0,6 %
Kreisfreie Großstädte +2,0 % +0,5 % +0,7 % +0,9 %
Dicht besiedelte ländliche Kreise −1,8 % −1,3 % +1,0 % +2,5 %
Dünn besiedelte ländliche Kreise −0,6 % −1,4 % −0,4 % +1,9 %

Auffällig ist der Unterschied zwischen Wohnungen und Häusern. Eigentumswohnungen wurden in drei von vier dargestellten Kreistypen billiger, nur die Großstädte außerhalb der Metropolen bilden die Ausnahme. Häuser legten dagegen gegenüber dem Vorquartal fast überall zu. Ein Grund kann sein, dass viele Käufer bei steigenden Kosten für Miete und Energie ein eigenes Haus mit Garten vorziehen, sofern es außerhalb der teuren Zentren bezahlbar bleibt. Gleichzeitig fallen in Metropolen die Wohnungspreise, obwohl die Mieten bundesweit weiter steigen; der vdp meldet für Wohnungen ein Mietplus von 3,2 Prozent. Hohe Kaufpreise im Verhältnis zu den Einkommen setzen der Nachfrage offenbar Grenzen.

Wie entwickeln sich Neubau und Bestand?

Neu gebaute Wohnimmobilien verteuern sich derzeit stärker als gebrauchte. Im 2. Quartal 2026 lagen die Preise für Neubauten 1,5 Prozent über dem Vorjahresquartal, für Bestandsimmobilien nur 0,5 Prozent. Noch vor einem Jahr war es umgekehrt: Im 3. Quartal 2025 stiegen die Bestandspreise um 3,6 Prozent, die Neubaupreise nur um 1,5 Prozent.

Quartal Neubau (2025 = 100) Neubau zum Vorjahr Bestand (2025 = 100) Bestand zum Vorjahr
2. Quartal 2025 99,7 +3,0 % 100,0 +3,2 %
3. Quartal 2025 99,8 +1,5 % 100,9 +3,6 %
4. Quartal 2025 100,7 +2,8 % 100,1 +2,5 %
1. Quartal 2026 101,3 +1,5 % 100,1 +1,1 %
2. Quartal 2026 101,2 +1,5 % 100,5 +0,5 %

Der stetige Anstieg bei Neubauten hängt eng mit den Baukosten zusammen. Bauträger kalkulieren ihre Verkaufspreise auf Basis von Grundstück, Material und Löhnen, und diese Kosten sinken nicht. Bei Bestandsimmobilien entscheidet dagegen stärker die Nachfrage, und die ist bei älteren Häusern mit hohem Sanierungsbedarf zuletzt verhalten. Viele Käufer kalkulieren inzwischen die Kosten für Heizungstausch und Dämmung von Anfang an mit ein. Was beim Kauf eines älteren Hauses an Kosten für Technik und Energie hinzukommen kann, erklären wir im Ressort Hausbau & Ratgeber.

Wie passen Immobilienpreise und Baukosten zusammen?

Die Baukosten steigen derzeit deutlich schneller als die Preise für Wohnimmobilien. Neue Wohngebäude kosteten im Mai 2026 laut Statistischem Bundesamt 5,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, die Wohnimmobilienpreise stiegen im 2. Quartal dagegen nur um 0,6 Prozent. Für Bauträger und private Bauherren wird Neubau damit im Verhältnis zum Kauf einer Bestandsimmobilie wieder teurer.

Kennzahl Veränderung zum Vorjahr Zeitraum
Häuserpreisindex insgesamt +0,6 % 2. Quartal 2026
Preise neu erstellter Wohnimmobilien +1,5 % 2. Quartal 2026
Baupreise für neue Wohngebäude +5,0 % Mai 2026
Verbraucherpreise (Inflationsrate) +2,9 % August 2026
Verbraucherpreise (Inflationsrate, vorläufig) +3,3 % September 2026

Daraus ergeben sich zwei Folgen. Erstens sind Wohnimmobilien real, also nach Abzug der allgemeinen Teuerung, zuletzt billiger geworden: Bei einer Inflationsrate von 2,9 Prozent im August und 3,3 Prozent im September liegt das nominale Plus von 0,6 Prozent deutlich darunter. Zweitens geraten die Margen von Bauträgern unter Druck. Wenn Baupreise um 5 Prozent steigen, Verkaufspreise aber nur um 1,5 Prozent, rechnet sich ein Teil der geplanten Projekte nicht mehr. Das kann den Wohnungsneubau bremsen, obwohl die Zahl der Baugenehmigungen 2026 gestiegen ist.

Welche Baustoffe die Kosten treiben, zeigt unser Überblick Baustoffpreise aktuell. Besonders Holz, Bitumen, Flachglas und Metalle haben sich 2026 deutlich verteuert.

Wie steht Deutschland im europäischen Vergleich?

Im europäischen Vergleich gehört Deutschland derzeit zu den Ländern mit dem schwächsten Preisanstieg. Nach Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat stiegen die Hauspreise im 2. Quartal 2026 im Euroraum um 4,0 Prozent und in der gesamten EU um 4,7 Prozent zum Vorjahresquartal. Deutschland lag mit 0,6 Prozent weit darunter. Am stärksten zogen die Preise in Portugal mit 16,5 Prozent an.

Land oder Region Hauspreise 2. Quartal 2026 zum Vorjahresquartal
Portugal +16,5 %
Bulgarien +15,5 %
Europäische Union +4,7 %
Euroraum +4,0 %
Deutschland +0,6 %
Frankreich −0,8 %
Luxemburg −2,2 %
Finnland −2,7 %

Andere Indizes zeichnen für Deutschland ein etwas freundlicheres Bild. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) meldete für das 2. Quartal 2026 ein Plus von 1,9 Prozent für Wohnimmobilien, bei Eigentumswohnungen sogar 2,6 Prozent. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch die Datenbasis: Der vdp-Index stützt sich auf Transaktionsdaten aus der Immobilienfinanzierung seiner Mitgliedsinstitute, der Häuserpreisindex auf die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse. Beide zeigen aber in dieselbe Richtung: deutlich schwächere Preisanstiege als 2025.

Was bedeuten die Zahlen für Käufer, Verkäufer und Bauherren?

Für Käufer ist die Lage so günstig wie lange nicht, zumindest im Verhältnis zur Inflation. Die Preise stagnieren, bei Wohnungen in Metropolen und auf dem Land geben sie sogar nach, und es gibt Spielraum für Verhandlungen. Verkäufer müssen dagegen realistischer kalkulieren, besonders bei sanierungsbedürftigen Bestandsobjekten. Für Bauherren steigen die Kosten schneller als der Wert fertiger Häuser.

Praktische Folgerungen aus den Daten (Stand: Oktober 2026):

  1. Käufer: Nutzen Sie den Verhandlungsspielraum, vor allem bei Bestandswohnungen in Metropolen und ländlichen Kreisen, und rechnen Sie Sanierungskosten konsequent ein.
  2. Verkäufer: Orientieren Sie den Angebotspreis an aktuellen Vergleichsverkäufen; Preisvorstellungen aus dem Frühjahr 2025 sind in vielen Regionen nicht mehr zu erzielen.
  3. Bauherren: Vergleichen Sie die Kosten eines Neubaus mit dem Kauf und der Sanierung einer Bestandsimmobilie, weil die Baupreise derzeit deutlich schneller steigen.
  4. Kapitalanleger: Achten Sie auf das Verhältnis von Kaufpreis und Miete, denn die Mieten steigen weiter, während die Wohnungspreise in den Metropolen nachgeben.

Weitere Analysen zum Kaufen, Mieten und Finanzieren finden Sie im Ressort Immobilien & Wohnen. Die Ergebnisse für das 3. Quartal 2026 veröffentlicht das Statistische Bundesamt voraussichtlich im Dezember.

Häufige Fragen

Wie stark sind die Immobilienpreise 2026 gestiegen?

Im 2. Quartal 2026 lagen die Preise für Wohnimmobilien laut Statistischem Bundesamt 0,6 Prozent über dem Vorjahresquartal. Im 1. Quartal waren es 1,2 Prozent.

Werden Eigentumswohnungen billiger?

In den sieben größten Metropolen und in ländlichen Kreisen ja. In den Metropolen kosteten Wohnungen 0,4 Prozent weniger als vor einem Jahr, in dicht besiedelten ländlichen Kreisen 1,8 Prozent weniger.

Sind Neubauten oder Bestandsimmobilien stärker gestiegen?

Neubauten. Ihre Preise stiegen im 2. Quartal 2026 um 1,5 Prozent, Bestandsimmobilien nur um 0,5 Prozent.

Wie steht Deutschland im EU-Vergleich da?

Deutlich unter dem Durchschnitt. Im Euroraum stiegen die Hauspreise um 4,0 Prozent, in der EU um 4,7 Prozent, in Deutschland um 0,6 Prozent.

Warum zeigt der vdp-Index höhere Werte?

Der vdp-Index beruht auf Finanzierungsdaten der Pfandbriefbanken, der Häuserpreisindex auf Kaufpreisen der Gutachterausschüsse. Der vdp meldete für Wohnimmobilien plus 1,9 Prozent.

Quellen

  1. Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026: +0,6 % zum VorjahresquartalStatistisches Bundesamt · abgerufen 05.10.2026
  2. Preisindizes für Wohnimmobilien: Indizes und VeränderungsratenStatistisches Bundesamt · abgerufen 05.10.2026
  3. House prices up by 4.0% in the euro areaEurostat · abgerufen 05.10.2026
  4. Uneinheitliche Entwicklung der Immobilienpreise (vdp-Immobilienpreisindex 2. Quartal 2026)Verband deutscher Pfandbriefbanken · abgerufen 05.10.2026
  5. Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026: +5,0 % gegenüber Mai 2025Statistisches Bundesamt · abgerufen 05.10.2026
  6. Inflationsrate im September 2026 voraussichtlich +3,3 %Statistisches Bundesamt · abgerufen 05.10.2026

Dieser Beitrag wurde von unserer KI-gestützten Redaktion erstellt und anhand der genannten Quellen geprüft. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.