- Der Bau-PMI der Eurozone stieg im September 2026 leicht von 43,0 auf 43,4 Punkte und zeigt weiter eine deutliche Schrumpfung.
- In Deutschland fiel der Index von 48,7 auf 43,5 Punkte, nach dem höchsten Wert seit acht Monaten im August.
- Der Wohnungsbau ging in Deutschland so stark zurück wie seit Dezember 2024 nicht mehr.
- Frankreich lag mit 39,8 Punkten am schwächsten, Italien mit 46,7 Punkten am besten.
- Einkaufspreise und Preise der Nachunternehmer stiegen in Deutschland so schnell wie seit drei Monaten nicht.
Inhalt · 4 Abschnitte
Wie steht es um die Bauwirtschaft der Eurozone im September 2026?
Die Bauwirtschaft der Eurozone schrumpft weiter deutlich. Der Einkaufsmanagerindex für den Bau (Bau-PMI) von S&P Global stieg im September 2026 nur leicht von 43,0 auf 43,4 Punkte. Werte unter 50 bedeuten, dass die Bautätigkeit gegenüber dem Vormonat abnimmt. Damit liegt der Index klar unter seinem langjährigen Mittel von 47,1 Punkten seit dem Jahr 2000. Alle drei großen Länder und alle Bausparten meldeten Rückgänge.
Der Index beruht auf einer monatlichen Umfrage unter Bauunternehmen, die zwischen dem 10. und 30. September geantwortet haben. Er misst nicht das Bauvolumen in Euro, sondern die Richtung: Melden mehr Firmen weniger Arbeit als im Vormonat, sinkt der Wert unter 50. Je weiter er darunter liegt, desto breiter ist der Abschwung.
| Land | Bau-PMI August 2026 | Bau-PMI September 2026 |
|---|---|---|
| Eurozone | 43,0 | 43,4 |
| Deutschland | 48,7 | 43,5 |
| Frankreich | k. A. | 39,8 |
| Italien | k. A. | 46,7 |
Frankreich verzeichnete den stärksten Rückgang, Italien den schwächsten. In Italien fiel das Minus bereits im fünften Monat in Folge geringer aus.
Warum ist der deutsche Bau-PMI so stark gefallen?
Der deutsche Bau-PMI fiel im September von 48,7 auf 43,5 Punkte, vor allem weil der Wohnungsbau wieder einbrach. Die Aktivität im Wohnungsbau sank so stark wie seit Dezember 2024 nicht mehr, nachdem sie sich im August stabilisiert hatte. Auch der Gewerbebau rutschte nach einem kurzen Plus zur Mitte des dritten Quartals wieder ins Minus. Der Tiefbau ging nur geringfügig zurück und hielt sich damit am besten.
Phil Smith, Ökonom bei S&P Global Market Intelligence, ordnet den Rückgang zum Teil als Gegenbewegung ein. Der August war einer der stärksten Monate seit mehreren Jahren. Über das ganze dritte Quartal gerechnet sei der Rückgang laut Smith schwächer ausgefallen als im zweiten Quartal. Die Auftragseingänge sanken zwar weiter deutlich, aber so langsam wie seit drei Monaten nicht.
Die befragten Firmen nannten knappe Budgets ihrer Kunden und fehlende neue Aufträge im Wohnungsbau als Hauptgrund. Smith verweist zusätzlich auf strengere Finanzierungsbedingungen, die vor allem den Wohnungsbau treffen und die Hoffnung auf große Infrastrukturprojekte überlagern.
Wie entwickelt sich der Bau-PMI seit Ende 2025?
Der deutsche Bau-PMI schwankt seit Ende 2025 stark. Im Dezember 2025 stieg er auf 50,3 Punkte und lag damit zum ersten Mal seit März 2022 knapp im Wachstumsbereich, getragen vom Tiefbau. Danach fiel er wieder unter 50. Im August 2026 erreichte er mit 48,7 Punkten den höchsten Stand seit acht Monaten, im September folgte der Rückschlag auf 43,5 Punkte.
| Monat | Deutschland | Eurozone |
|---|---|---|
| November 2025 | 45,2 | k. A. |
| Dezember 2025 | 50,3 | k. A. |
| Januar 2026 | k. A. | 45,3 |
| Februar 2026 | k. A. | 46,0 |
| August 2026 | 48,7 | 43,0 |
| September 2026 | 43,5 | 43,4 |
Für die Eurozone zeigt die Reihe ein ähnliches Bild: Anfang 2026 lag der Index bei 45 bis 46 Punkten, zuletzt nur noch knapp über 43. Der Abschwung hat sich im Jahresverlauf also eher verstärkt. Die Neuaufträge in der Eurozone gehen laut S&P Global inzwischen seit 54 Monaten in Folge zurück, also seit viereinhalb Jahren.
Was bedeuten die Zahlen für Bauherren und Betriebe?
Für Bauherren bedeutet die schwache Nachfrage vor allem eines: Die Kosten sinken trotzdem nicht. In Deutschland stiegen die Einkaufspreise der Bauunternehmen im September so stark wie seit Juni nicht mehr, vor allem wegen höherer Energie- und Kraftstoffpreise. Auch Nachunternehmer verlangten deutlich mehr Geld. Wer jetzt baut, findet zwar eher freie Firmen, sollte bei Angeboten aber auf Preisgleitklauseln und feste Termine achten.
Für Baubetriebe ist die Lage angespannt. Die Unternehmen bauten im September so viel Personal ab wie seit April nicht mehr und kauften deutlich weniger Material ein. Gleichzeitig entspannte sich die Lieferlage: Verzögerungen bei Baustoffen waren so gering wie seit Dezember 2025 nicht. Für die kommenden zwölf Monate erwarten die deutschen Firmen im Saldo weiter sinkende Aktivität.
- Wohnungsbau: stärkster Rückgang seit Dezember 2024, Auftragsmangel bleibt das Hauptproblem.
- Gewerbebau: wieder im Minus nach kurzer Erholung im Sommer.
- Tiefbau: nur leichter Rückgang, gestützt von Infrastrukturprojekten.
Der Tiefbau bleibt damit die stabilste Sparte. Mehr zu Straßen-, Brücken- und Schienenprojekten finden Sie im Ressort Tiefbau & Infrastruktur. Einen Überblick über Marktdaten, Auftragslage und Trends bietet unser Ratgeber Bauwirtschaft. Ob serielle Bauweisen den Wohnungsbau günstiger machen können, zeigt unsere Auswertung zum seriellen Bauen. Stand der Daten: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Was ist der Bau-PMI?
Der Bau-PMI ist ein Einkaufsmanagerindex, den S&P Global monatlich aus einer Umfrage unter Bauunternehmen berechnet. Werte über 50 zeigen wachsende, Werte unter 50 sinkende Bautätigkeit gegenüber dem Vormonat.
Wie hoch war der Bau-PMI der Eurozone im September 2026?
Er lag bei 43,4 Punkten nach 43,0 im August. Das langjährige Mittel seit 2000 beträgt 47,1 Punkte.
Wie hoch war der deutsche Bau-PMI im September 2026?
Der Index fiel von 48,7 Punkten im August auf 43,5 Punkte. Treiber war der stärkste Rückgang im Wohnungsbau seit Dezember 2024.
Werden Bauleistungen jetzt günstiger?
Eher nicht. Die Einkaufspreise der Baufirmen und die Preise der Nachunternehmer stiegen im September schneller als in den Vormonaten, vor allem wegen Energie und Kraftstoff.
Quellen
- S&P Global Germany Construction PMI, September 2026
- HCOB Bau-Index Deutschland: Bautätigkeit in Deutschland wächst Ende 2025 wieder leicht
- HCOB Eurozone Construction PMI, February 2026
- Bauwirtschaft der Eurozone schrumpft im September erneut deutlich
- Deutsche Baubranche: Talfahrt beschleunigt sich im September
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